Working Remote: Interview mit Wojtek Gorecki


Video Transkript

Mein Name ist Wojtek Gorecki, ich arbeite bei 9elements als Softwareentwickler und Projektleiter und ja ich hab, weil ich halt schon so lange hier in der Firma bin und eingestiegen bin als wir noch recht klein waren hab ich jetzt inzwischen auch so nach und nach Aufgaben übernommen die halt in Richtung, ja wie soll ich sagen, so Metaaufgaben irgendwie gucken wo soll es mit der Firma hingehen, was sind die Ziele, was sind die Visionen der Hauptstakeholder dieser Firma und wie soll sich das ganze entfalten.

 

Wie findet die Kommunikation mit den Kunden primär statt?
Ja das meiste ist natürlich E-Mail, also meine Arbeit fängt meistens da an wenn die Akquise fertig ist, dann bekomm ich eine Mail “Du Wojtek, Kunde XY will das und das, bitte übernimm das.” und ab dann fang ich an zu ziehen und nehme Kontakt mit dem Kunden auf mach nochmal eine detaillierte Aufnahme des Projekts, der Anforderungen und ja dann wenn ich weiß was gefragt, was gefordert ist, was das Projekt halt sein soll, dann kümmere ich mich um die entsprechenden Ressourcen und versuche dann mein Team zusammen zu stellen je nachdem wer gerade verfügbar ist.

 

Wie findet die Kommunikation mit dem Team primär statt?
Ja, wir nutzen Slack in erster Linie als Chat, das ist eine sehr…, also das Tool nutzen wir überwiegend und natürlich sehr viel Skype und darüber hinaus gibt es noch eins, zwei Tools die man auch sehr gut nutzen kann um, wenn es um debugging geht oder so, wenn man mit einem Programmierer zusammen auf den Code drauf schauen muss und ja, dann gibt’s Tools wo man halt, so zwei Personen am selben Screen irgendwie was eintippen können und, ja, das ist sehr praktisch.

 

Wonach werden die Remote-Kräfte für ein Team ausgewählt?
Ja, witzigerweise demnach, wie nah sie bei uns dran sind, also je größer die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Freelancer zu uns ins Büro kommen kann, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit auch, dass wir ihn nehmen und ja, Erfahrung ist ganz wichtig, also Leute die halt schon mal in Remote-Teams gearbeitet haben sind immer gerne genommen, ja.

 

Hast du jedes Mitglied deiner virtuellen Teams persönlich kennengelernt?
Da muss ich kurz überlegen. Also mir fällt spontan jetzt keiner ein den ich nicht auch wirklich mal in Person getroffen hätte. Also, das ist, ja, das ist meistens so, dass man sich mindestens einmal zum Projekt-Kickoff oder so auch einmal persönlich trifft.

 

Wie ist es in einem virtuellen Team zu arbeiten?
Ich würde es so beschreiben: Man bereitet sich länger auf so ein Meeting vor und überlegt sich dann dreimal irgendwie, okay, was sind, was ist der, was soll der Output dieses Meetings denn tatsächlich sein. Also, dadurch dass man halt nicht mal eben zum Schreibtisch nebenan gehen kann und Fragen kann irgendwie, ist es schon relativ wichtig dann im Vorfeld ganz genau zu wissen, okay, was brauch ich von diesem Meeting und was müssen die anderen wissen, was muss ich denen mitteilen und ich habe eine viel klarere Agenda, wenn ich remote sessions mach.

 

Ist mediale Kommunikation effizienter als persönliche?
Das ist eine gute Frage, habe ich so nie drüber nachgedacht, also, ja, das kann durchaus sein, klar. Es kommt natürlich immer drauf an, also ich hatte auch schon reichlich Skype-Calls die unendlich viele offene Fragen hinterlassen haben, es kommt dann immer ganz auf die Leute an, wie die damit arbeiten.

 

Kann bei virtueller Zusammenarbeit ein Teamgefühl entstehen?
Es ist schon ein Unterschied, aber es findet auf jeden Fall statt, also es gibt ein gewisses bonding zwischen den Leuten, das auf jeden Fall. Also,… Und ich habe sogar das Gefühl, dass gerade dadurch, weil man halt sehr kurze, relativ kurze Zeitabschnitte nur wirklich kommuniziert miteinander und sich sieht da passiert aber auch sehr viel, sehr viele soziale Interaktionen passieren da schon, dass man mal irgendwie, also man kommt mit den Leuten ganz gut in Kontakt, und ja. Also, man hat auch ein ganz gutes Gefühl für die Person die da am anderen Ende sitzt und ich find das schon, das ist schon gut vergleichbar mit wenn man face to face miteinander spricht.

 

Was sind die größten Unterschiede zwischen virtueller und persönlicher Zusammenarbeit?
Ja, also Vorbereitung ist wirklich sehr wichtig. Offene Fragen die man nachträglich klären muss, die sind wirklich, das kostet dann einfach Zeit, mehr Zeit als so, wenn man in Persona mit den Menschen arbeitet. Klar, die Zeitzone kann natürlich eine andere sein, das ist auch nochmal ein ganz wichtiger Punkt, dass man nicht wirklich, nicht jederzeit mit den Leuten skypen kann, manchmal ist es halt einfach, da liegen dann ein paar Stunden dazwischen oder die arbeiten, wenn ich schlafe oder andersrum. Ja man hat so seinen eigenen Tagesablauf und man hat kein Gefühl dafür ob der andere gerade wirklich auch jetzt an deinem Projekt arbeitet, normalerweise wenn man in einem Raum sitzt mit seinem Team, dann sieht man immer ganz klar, okay, der macht jetzt gerade auch, der programmiert jetzt gerade auch mit an diesem Projekt und dann kann ich den jetzt vielleicht auch gerade dazu fragen weil er auch gerade in diesem Kontext sich befindet und wenn jemand, wenn ich die andere Person nicht sehe und ich chatte den an oder skype den an und kann es sein, dass der gerade beim Mittagessen sitzt oder so oder er kann vielleicht, vielleicht ist er grad in einem ganz anderen Projekt und, ja, da is halt einfach mehr Synchronisation nötig zwischen, um halt diese, um die Termine zu realisieren.

 

Was sind die Vorteile von Remote-Arbeit?
Vorteile an Remote-Arbeit sind ganz klar, naja, man findet einfacher Software-Entwickler. Das ist im Moment das größte Problem, das wir haben in der IT-Welt, es gibt einfach viel zu wenige gut ausgebildete Software-Entwickler und, ja das ist halt eine gute Gelegenheit, eine gute Möglichkeit einfach an Leute zu kommen, die einem helfen können. Ja also, aus der Perspektive ist es auf jeden Fall strukturierter, ne, also, ne, wenn ich mit Leuten remote arbeite, dann hat man, dann ist man genötigt viel klarer festzuhalten, was ist die Aufgabe, was ist der erwartete Output, was soll am Ende fertig sein, ab wann kann ich sagen, dass dieser Task ist jetzt fertig, ne, und ja, man ist quasi schon genötigt es aufzuschreiben, so, wenn man es in einem Meeting einfach nur sagt, ja, gesagte Dinge, die verpuffen ganz schnell und man hat es schon wieder vergessen, das würde man vielleicht dann nicht machen wenn man zusammen in einem Raum arbeitet. Ja, und der Flurfunk, da es halt keinen Flurfunk gibt, ne, der das ausbügeln könnte ist man halt genötigt viel strukturierter und strukturierter zu arbeiten und mehr Dinge aufzuschreiben und festzuhalten, aus der Perspektive bringt das ganze natürlich schon einen großen Vorteil, will aber auch geübt sein. Also, das ist auch so eine Sache, die, das können viele auch nicht, die haben es vielleicht nie gelernt oder keine Ahnung. Es gibt nicht, ich habe, muss ich leider zu geben, ich hab, ich arbeite relativ selten mit Leuten zusammen die das wirklich gut verinnerlicht haben und die das wirklich beherrschen, also das ist eine Sache die bedarf einer gewissen Schulung und man muss es ein paarmal gesehen haben wie es funktioniert und dann spürt man auch die Vorteile davon.

 

Könntest du dir vorstellen selbst remote zu arbeiten?
Ja durchaus, aber ich würde nicht ausschließlich remote arbeiten, also ich mag es einfach mit Menschen zusammen zu arbeiten, deswegen, ja, ich mach das bei uns auch manchmal auch wenn der Kunde zum Beispiel weiter weg ist dann nehme ich mir mal irgendwie eins, zwei Tage und fliege mal rüber oder fahre mal rüber zum Kunden und bin mit denen persönlich in einem Raum und, ja und spreche mit denen und arbeite mit denen zusammen, das ist einfach, das macht mir Spaß.

 

Könntest du dir vorstellen, dass Remote-Arbeit zunehmend wichtiger wird?
Ja, durchaus. Also, klar ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es noch weiter in diese Richtung geht, dass es immer mehr Remote-Arbeit gemacht wird aber es wird nicht ausschließlich remote gearbeitet, also ich, wie gesagt ich möchte das ja auch nicht ausschließlich remote arbeiten, das ist halt ein völlig normales menschliches Bedürfnis andere Menschen auch mal zu sehen und mit denen mal zu sprechen, so face to face und ja. Also, arbeiten ist halt was soziales und ich könnte mir nicht vorstellen tagein tagaus zuhause vor meinem Rechner zu sitzen und nur per Skype mit den Leuten zu sprechen, da würde ich irgendwann durchdrehen, da habe ich keine Lust drauf.

 

Könntest du dir vorstellen, dass Tools für Remote-Arbeit in Zukunft durch virtuelle Präsenz erweitert werden?
Ich denke es wird auf jeden Fall besser werden, definitiv, also die Qualität von, keine Ahnung, VR, was auch immer da jetzt auf uns zukommt, die Qualität von solchen Technologien wird besser werden.

 

Gibt es irgendeine Form virtueller Interaktion mit der du dich unwohl fühlen würdest?
Also, spontan fällt mir ein Szenario ein auf das ich echt keine Lust hätte, also wenn ein Chatbot mir sagt was ich zu tun habe, ich glaube da hört es auf, also ich möchte schon als Mensch wahrgenommen werden und auch so, ich möchte, dass man mit mir auch wie mit einem Menschen kommuniziert und nicht wie mit einer Maschine. Ich glaub das fände ich schon sehr nett, ja.

 

 

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