Die neue Technik im Klassenzimmer

Frau Katharina K. arbeitet in einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Bochum. Sie unterrichtet dort Philosophie und Mathe.
Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst die Durchführung und Unterrichtsgestaltung, sowie das Erstellen und Korrigieren von Klausuren. Außerdem führt sie regelmäßig Eltern- und Schülergespräche und hat Konferenzen mit ihren Mitarbeitern.

Schon in ihrer Vorbereitungszeit zuhause am Schreibtisch ist sie auf ihren Computer angewiesen um den Unterricht für den nächsten Tag zu planen. In der Schule in ihrem Klassenzimmer ist ihr Laptop dann Pflicht.
Denn die Tage der Tafeln, die mit Kreide beschriftet wurden, und früher in jedem Klassenzimmer nicht wegzudenken waren, sind gezählt und in vielen Schulen in Deutschland schon ganz verschwunden. Ebenso die Overheadprojektoren, die ständig eingestaubt waren, oder mal wieder nicht funktionierten, sind verschwunden.
Heutzutage ist dieses alles wegen neuester Technik und einem Hilfsmittel namens „Aktivboard“ nicht mehr nötig.

Die neue Technik des Aktivboards gestattet es Lehrern und Lehrerinnen Grafiken, Bilder und Aufgabenstellungen bereits vor dem Unterricht auf eine Art Powerpoint-Folie zu schreiben.
Der Unterricht lässt sich deswegen viel schneller und leichter vorbereiten. Auch während des Unterrichts kann die Zeit, die früher gebraucht wurde, um Texte auf die Tafel zu schreiben, mehr mit den Schülern verbracht werden.
Ein weiterer Pluspunkt sagt sie, ist es, dass es ihr die Möglichkeit gibt Schülerlösungen, die gemeinsam erarbeitet wurden, direkt am Laptop einzugeben und sie dann auf dem Aktivboard erscheinen und für alle sichtbar werden zu lassen.
So muss man den Schülern nicht den Rücken zudrehen und hat während der Eingabe alles im Klassenraum im Blick.
Mit einem Stift können Antworten auch direkt auf das Board geschrieben werden und mit Fingern, oder der ganzen Hand der Touchscreen benutzt werden.
Früher noch wurde es von den Schülern mit Begeisterung aufgenommen, wenn der Lehrer mühevoll mit einem Schrank, der einen alten Röhrenfernseher beinhaltete, in die Klasse gerollt kam: „Wir gucken einen Film!“.
Dies ist alles nicht mehr nötig: auf dem Aktivboard können auch Videodateien, sowie Audiodateien abgespielt werden.

Schwierig, sagt sie, wird es nur dann, wenn mal wieder die Technik nicht funktioniert und sich das Aktivboard nicht starten lässt. Dann muss sie versuchen den Unterricht so zu gestalten.
Und das ist dann manchmal gar nicht so einfach, wenn sie eigentlich vorher zu Hause alles ausgearbeitet hatte und es dann nicht zum Erklären von neuem Unterrichtsstoff gebrauchen kann.
Für diesen Notfall sind zwar in fast allen Räumen fest verschraubte Whiteboards vorhanden, die mit abwischbaren Stiften beschrieben werden können, aber sie haben weder Kästchen, noch andere Orientierungspunkte, die in der Mathestunde hilfreich wären, um ordentlich ein geometrisches Thema zu bearbeiten.
„Außerdem bin ich sehr klein, und komme nicht sehr gut an sie ran, um etwas anzuschreiben“ sagt Frau K. und lacht.

Durch den Einsatz von Taschenrechnern sind aber auch andere Aufgabentypen möglich, wie z.B. das Interpretieren und Bewerten eines mathematischen Modells. Hier liege der Fokus zum Teil nicht auf dem Rechenweg, sondern auf einer übergreifenden logischen Denkweise und unterschiedlichen Lösungsansätzen.

Das einzig negative an der Arbeit mit Technik ist, sagt sie ist, dass die Schüler oft analoge Fähigkeiten, wie. z.B. das Kopfrechnen, verlernen.
Ebenso lassen sie sich auch schnell durch Handys ablenken, oder bekommen durch Reizüberflutung oft Konzentrationsprobleme.

„Technische Hilfsmittel können einen also durchaus inspirieren, und den Horizont erweitern, wenn man sie weise einsetzt und nicht wahllos.“

Eine weitere Arbeitserleichterung und Zeitersparnis in Verbindung mit neuen Hilfsmitteln ist es, dass sie Klassenarbeiten am PC leicht erstellen und dann auch vervielfältigen kann.
Am Ende des Schuljahres lässt sich dann mit dem Programm Excel leicht berechnen bei welcher Punktzahl es welche Note gibt. „Ich muss also nicht mehr alles per Hand ausrechnen und es geht viel schneller.“
Die endgültigen Noten eines Schülers sind dadurch auch besser eintragbar.

 

 

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