Medien in der KiTa

Wie verhält es sich mit Medien und technischen Hilfsmitteln in Kindertagesstätten und wie viel kommen diese im Alltag einer Erzieherin zum Einsatz? Sigrid P., eine Erzieherin aus Bremen, gibt Auskunft.
Frau P. ist schon seit vielen Jahren Erzieherin und arbeitet in einer städtischen KiTa in Bremen. Sie hat eine Zusatzausbildung im U3 Bereich (Kinder bis drei Jahren) gemacht und ist größtenteils auch dort tätig.
Zu ihrem Aufgabenbereich gehört die Begleitung und Förderung von Kindern in ihrer Entwicklung. Sie vermittelt dabei soziale Kompetenzen, Sprache, sowie altersentsprechende Entwicklung.

Welche technischen Hilfsmittel und Medien setzen Sie im Arbeitsalltag ein?
Im Kindergarten kommen wir größtenteils ohne den Einsatz von Technik aus und versuchen unseren täglichen Ablauf anders zu gestalten. Die am Häufigsten benutzten technischen Gegenstände sind hierbei wahrscheinlich ein PC und ein CD-Player.

Bringt Ihnen diese Verwendung eine Arbeitserleichterung, z.B. durch Zeitersparnis, oder ist sie häufig viel zu kompliziert?
Die Benutzung des PCs ist sehr wichtig und eine große Erleichterung bei der bürokratischen Arbeit. Er wird täglich genutzt. An ihm werden die Vorbereitungen der Elternabende geplant und notiert und Elternbriefe verfasst.
Sehr wichtig ist hierbei auch die Datenspeicherung der Kinder und ihrer Familien. Durch diese Sammlung kann sich jeder Mitarbeiter informieren und das tägliche Arbeiten ist gesichert ohne sich immer neu organisieren zu müssen. Das bringt uns Zeitersparnis.
Außerdem haben wir Zugriff zu einer Vielzahl von pädagogischer Literatur.
Der Einsatz des PCs ist deswegen oft damit verbunden eigene Ideen weiterzuentwickeln und neue Impulse zu bekommen. Sie hemmt dabei eher weniger.
Der CD Player wird zur musikalischen Unterstützung genutzt, zur Meditation in der Stillen Stunde und zu rhythmischen Bewegungseinheiten.

Haben die Kinder auch Zugriff auf einen Computer?
Die Nutzung des PCs ist für die Kinder altersbegrenzt. Für sechsjährige Kinder ist der PC einmal pro Woche zugänglich und sie werden langsam, mit ausgesuchten Lernprogrammen, an das Medium herangeführt.
Im Vergleich dazu stellen wir aber immer wieder fest, dass Kinder Themen, mit gleichem Lerninhalt, aber herangeführt durch den Erzieher, besser aufnehmen, verstehen und verarbeitet können. Der Unterschied dazu ist, dass sie Fragen direkt stellen können und sie sofort eine Antwort erhalten und im direkten Gespräch interagieren lernen.
Dennoch sind die Kinder immer hochmotiviert, wenn sie wissen, dass sie mit dem PC arbeiten dürfen. Sie ermüden aber auch, im Gegensatz zu Gesprächen mit Erwachsenen, sehr viel schneller.

Was würden Sie als effektiver bezeichnen: eine Konferenz über Skype, oder ein Gespräch mit Ihren Mitarbeitern von Angesicht zu Angesicht?
Nach meiner Meinung ist eine Konferenz, in der alle Mitarbeiter zusammen in einem Raum sitzen, effektiver.
Ein Grund dafür ist, dass man spontaner ist und gemeinsam sofort handeln kann. Besprochene Lösungsvorschläge können nach dem Gespräch sofort bearbeitet werden.
Außerdem findet ein besserer Austausch statt, weil genaue Körpersprache besser erkannt werden kann. Bei der sozialen Arbeit im Kindergarten ist dieser direkte menschliche Kontakt besonders wichtig.

Beschreiben Sie, wie Sie die Einsatzmöglichkeiten von Robotern in Ihrem Arbeitsfeld aktuell und in der Zukunft einschätzen. Welche Bedeutung hat das für Sie?
Aktuell bin ich damit noch nicht in Kontakt gekommen.
Meine einzige Annäherung, die dem vielleicht ähnelt, hatte ich mit einem technischen Hilfsmittel. Ein Kind brauchte zur Fortbewegung einen elektronischen Rollstuhl.
An sich hätte ich nichts gegen Veränderungen in der Zukunft, denn ich bin für technischen Fortschritt meiner Arbeit. Aber in meinem Job ist es meiner Ansicht nach schlecht möglich, weil man überwiegend immer sehr spontan reagieren muss und diese Spontanität ist nicht programmierbar. Kinder reagieren und handeln unvorhersehbar.
Davon abgesehen brauchen Erzieher/Innen in ihrem Job die Fähigkeit zu Empathie. Ich bin der Meinung, dass dies in einem Roboter schwer programmiert werden kann und er nicht nicht in der Lage ist es ausreichend zu lernen.
Ich sehe darin keine mögliche Zukunftsversion. Mein Aufgabenbereich umfasst zu viele verschiedene Einsatzfelder und eine Maschine könnte nicht alle davon übernehmen. Menschliche Zuneigung und Gefühle können von keinem Roboter zufriedenstellend erfüllt werden. Je jünger Kinder sind, desto mehr reagieren sie auf Mimik und Gesten und sind abhängig davon. Das ist optisch bei einem Roboter für Kinder schwer zu erkennen.
Eine Möglichkeit wäre ein Roboter im spielerischen Bereich.
Bloß denke ich, dass er dort im Moment noch recht überflüssig ist, weil es für die Entwicklung nicht förderlich ist. Spielzeug gibt es genug und Interaktion zwischen Erziehern und Kindern ist auch vorhanden.
Andererseits kann ich mir vorstellen, dass ein Roboter in der Begleitung der Elternarbeit hilfreich wäre. Wir stoßen sehr oft an unsere Grenzen, wenn es um die Kommunikation geht.
Durch die Vielzahl der Menschen mit Migrationshintergrund und den vielen Sprachen, die wir unmöglich alle lernen können, ist das Verständnis miteinander oft sehr schwierig. Menschliche Übersetzer können für kleine Gespräche immer schlecht organisiert werden.
Ein Roboter könnte sehr nützlich sein, um diese Sprachbarrieren aufzuheben und als Übersetzer fungieren. Elternbriefe und Texte könnten ebenso übersetzt und geschrieben werden.
Das wäre allerdings eine sehr große Hilfe.

 
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