Der Umgang mit Medien im Kindergartenalltag

Frau Gabi M. ist Erzieherin und stellvertretende KiTa-Leitung in einer Kindertagesstätte.
Sie beschäftigt sich mit der Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren, sowie der Leitung, Organisation und dem Qualitätsmanagement der Kindertageseinrichtung. Im Gespräch mit Frau K. ist es klargeworden, dass es in der Zukunft schwer sein wird auf menschliche Erzieher/Innen zu verzichten.

 

Was für technische Hilfsmittel setzen Sie in Ihrem Arbeitsalltag ein?
Im Bereich einer Leitungsstelle in einer KiTa darf ein Laptop mit Internetzugang und E-Mailfach nicht fehlen. Ebenso die Nutzung des guten, alten Faxgerätes ist unumgänglich.
Auch im Gruppendienst kommt der Laptop zum Einsatz, zwar nicht in direkter Verwendung mit den Kindern, aber für die Kinder. Er wird größtenteils zum Erstellen einer Ideensammlung der anstehenden Projekte und Angebote genutzt, aber auch um Fotos auszudrucken.
Aushänge und Entwicklungsberichte werden ebenfalls am Computer erstellt.
Im Führungsbereich gibt es außerdem ein extra entwickeltes Verwaltungsprogramm, welches für die Leitung und das Management der Einrichtung sehr wichtig ist und die direkte technische Vernetzung zu unserem Träger darstellt.

 

Bringt Ihnen die heutige Verwendung von Technik eine Arbeitserleichterung, oder könnten Sie auch noch effektiv ohne sie arbeiten?
Ich würde hier ganz klar von einer Arbeitserleichterung sprechen, da Zeit sowie Aufwand geringer ausfallen. Durch die vielseitige Vernetzung entfallen Schritte wie zusätzliche Telefonate bzw. direkte Treffen, was ebenfalls den Arbeitsprozess erleichtert. Für mich ist die Nutzung eines Computers schon zur Gewohnheit geworden, trotzdem stehe ich auch hierbei immer wieder vor neuen Herausforderungen.
Ohne diese Hilfsmittel wäre mein Arbeitsprozess eingeschränkt und somit weniger effektiver und produktiver als zum jetzigen Zeitpunkt.
Als nachteilig würde ich die nicht gleichwertige Einarbeitung aller Kollegen mit der neueren Techniken bezeichnen. Viele Mitarbeiter mit wenig Wissen zum Thema Computer können von sich aus die Vorteile nicht nutzen und sind viel auf die Hilfe ihrer Kollegen angewiesen. Somit kann in dieser Verbindung nicht ganz von einer Zeitersparnis gesprochen werden.
Meine Kollegen, die im Umgang mit den Computern nicht geschult sind, arbeiten schneller und effektiver ohne diese zu nutzen.
Wenn ich mir die Kindergartenkinder anschaue, mit denen ich täglich zu tun habe, kann ich nur feststellen, dass moderne Technik eindeutig zu ihrer Lebenswelt dazu gehört. Vermutlich werden sie später keine Berührungsängste haben, wie das speziell bei meinen älteren Kollegen der Fall ist.
Es kommt klar auf einen gesunden und reduzierten/angebrachten Umgang mit Medien an, denn wenn ich an den Lernprozess der Kinder meiner Altersgruppe (3-6 Jahren) denke, verläuft Lernen hier viel unmittelbarer und auch nur in Verbindung mit vielfältigen Erfahrungsmöglichkeiten.

 

Sind Sie ein global operierendes Unternehmen und inwieweit sind Sie mit anderen Unternehmen vernetzt?
Wir sind eine kommunale Einrichtung. Trotzdem sind wir mit anderen Kindergärten der Region weitestgehend vernetzt und in Kontakt.
Durch diese Vernetzung herrscht ein regelmäßiger Austausch, welcher für das Arbeitsklima sehr positiv ist.
Jedoch steht das im Contra zu der Flut an Informationen, die mir zugesendet werden. Hierbei muss ich oft sehr viel filtern und die Wichtigkeit bzw. das Interesse daran abwägen.
Sofern ich selbst aktiv mitarbeite, kann ich aufgrund dieser Vernetzung ein sehr effektives Zusammenarbeiten aufrecht erhalten.

 

Ihren PC würden Sie vermutlich nicht als „unheimlich“ bezeichnen, aber wie wäre das mit einem Roboter, der in der Zukunft in Kindergärten eingesetzt werden könnte?
Die Vorstellung ist für mich sehr abstrakt, da für mein Tätigkeitsfeld ein Roboter konzipiert werden müsste, der Emotionen und ihre Reaktionen darauf spiegeln müsste. Die Erziehung von Kindern braucht ein menschliches Vorbild und für die direkten Aufgabenbereiche am Kind, am Kunden oder an der Leitung einer Kita sehe ich da keine Möglichkeiten. Das ist für mich also kaum vorstellbar und ich könnte mich nicht daran gewöhnen, denke ich.
Natürlich könnten Aufgaben wie die Reinigung der Räume oder der Abwasch in der Küche von etwaiger künstlicher Intelligenz übernommen werden, aber der direkte Umgang mit dem Menschen wäre hier doch sehr fraglich.
Von Vorteil wäre wahrscheinlich die niedrigere Krankheitsrate der Roboter-Mitarbeiter, eine sehr effektive KiTa-Verwaltung und ein geringeres Maß an menschlichen Fehlern im Umgang mit dem Management.
Das wiegt für mich nun nicht die Nachteile auf, welche sich besonders um den emotionalen und sozialen Aspekt der Vorbildfunktion, des spontanen Handelns und der Flexibilität eines menschlichen Mitarbeiters drehen. Dies sollte bei der Arbeit mit Kindern im Fokus stehen.
Ich denke also schon, dass bei mir ein Gefühl von Unheimlichkeit entstehen würde.

 

 

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