Erfahrungsbericht DASA Sonderausstellung “Die Roboter”

(Foto: Felix Rau)

Eine Reise durch die Zeit und ein Ausblick auf die Zukunft – oder sind wir bereits da?

Wir besuchen die Sonderausstellung der DASA Die Roboter in Dortmund und lernen, ja sogar erleben, so einiges dabei.

Noch bevor wir die eigentlichen Räume betreten, wartet RoboThespian auf uns: ein humanoider Roboter, der auf menschliche Interaktion ausgelegt ist; passend zum Motto „Eine Ausstellung zum Verhältnis von Mensch und Maschine“. Lebensgroß, weiß und von innen wechselnd blau oder rot beleuchtet, bewacht er den portal-artigen Eingang der Ausstellung à la Star Trek. Ein beeindruckender Anblick und Beginn für alle Besucher.
Zurück in die Steinzeit

Wann beginnt die Geschichte der Maschine? Sicher vor langer Zeit, aber wer hätte gedacht, dass schon ein Faustkeil der „mittleren Altsteinzeit“ als Maschine gilt? Man lernt in der DASA Ausstellung Die Roboter so einiges. Wir begegnen dem Modell eines Da Vinci-Gleiters, einer Rechenmaschine aus dem 17. Jahrhundert und einer frühindustriellen Dampfmaschine. Besonders interessant ist die Dienerin des Philon von Byzanz, einem griechischen Erfinder des 3. Jahrhunderts vor Christus. Sie ist die erste automatisch funktionierende Maschine der Geschichte.

Industrie 4.0

(Foto: Felix Rau)

Von dem Mars-Rover haben sicher die meisten schon gehört, aber wer kennt Merlin, den Melkroboter oder den sensiblen Assistenzroboter, mit dem recht kreativen Namen KUKA LBR iiwa? Er reagiert auf kleinste Berührungen seines Sensors und zeigt uns, dass er das Arbeiten mit Maschinen sicherer macht. Roboter arbeiten schon lange in der Industrie, unterstützen uns, werden uns vielleicht sogar gänzlich ersetzen. In der DASA kann man nun ganz unterschiedliche Industrie-Roboter von nahem sehen. Und hier unter all den großen Maschinen begegnet man auch NAO. Mit nur 58 Zentimetern sitzt der kleine humanoide Roboter unbewegt in einem Metall-Käfig, so dass die Besucher nicht an ihn herankommen. An diesem Tag hatten wir kein Glück ihn in Aktion zu sehen, doch viele Videos auf Bildschirmen neben ihm zeigen, dass NAO vieles kann: Konzipiert für den menschlichen Umgang, gerade auch in der Schule, kann er sich unterhalten, tanzen und sogar Fußball spielen. Immerhin ist er regelmäßiger Gewinner des Robocups.

Mensch und Maschine hautnah

(Foto: Felix Rau)

Auf sich allein gestellt ist man in der DASA nicht. Neben den freundlichen Mitarbeitern der Ausstellung, die einem hilfreich zur Seite stehen, hat die DASA sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Ada und Charles. Zwei Roboter, fahrend, sprechend, blau und mit kugelrundem Kopf und Bildschirm ausgestattet. Wie zufällig trifft man sie hier und dort an, immer jemandem im Schlepptau. Was steckt dahinter? Wir schnappen uns Charles und nach einem kurzen Klick auf den Bildschirm – wir suchen uns einen der vielen ausgestellten Roboter aus – geleitet er uns direkt zu unserem Wunschobjekt und erzählt uns alles, was man als Besucher so wissen möchte. Unser ganz persönlicher „Museumsführer“, der uns zum Beispiel Justocat, eine kuschelige Roboter-Katze für Demenzkranke zeigt, die man gerne selber streicheln und gleich daneben mit einem uns altbekannten Furby spielen kann. Benannt wurden beide DASA Roboter im Übrigen in einem Wettbewerb des KiRaKa – des Kinderradiokanals des Westdeutschen Rundfunks – nach den Computerentwicklern Ada Lovelace und Charles Babbage; Namen, die uns immer wieder begegnen. Nicht nur für Kinder ein gelungenes Highlight in der DASA Ausstellung, das einem den ganz persönlichen Einblick in die Mensch-Maschine-Beziehung eröffnet.

Werden wir zu Cyborgs?

(Foto: Felix Rau)

Wie Roboter auf uns reagieren können zeigt uns vor allem Felix, ein Roboter, der auf unsere Emotionen anspricht und sie sogar imitiert. Er kann uns erstaunt anschauen, und lachen wir, dann lacht auch er. Nur einer von vielen interaktiven Punkten der Ausstellung. Wir können Spiele spielen und lernen dabei unter anderem verschiedene Prothesen und ihre Funktionen in und für unseren Körper kennen. Denn so manches an uns lässt sich durch „Roboter-Technik“ reparieren. Von den kleinsten Hör-Gerät-Implantaten bis zu künstlichen Herzen kann sich der Besucher von Menschen geschaffene Organe und Gliedmaßen anschauen. Es stellen sich einem die Fragen, wie weit die moderne Technik noch gehen wird. Werden wir irgendwann selbst zum Roboter werden? Ausschnitte des 2012 erschienen Films Prometheus lassen uns im letzten Raum der Ausstellung nachdenklich werden. Sie sind auf jeden Fall überall um uns herum. Groß oder winzig klein. Sie können uns wahrnehmen, sie können ein Portrait von uns zeichnen, das man sogar aus der DASA als Andenken mit nach Hause nehmen kann. Die Ausstellungsfläche ist durchaus überschaubar, aber detailliert und interaktiv gestaltet. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

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