Hervorgehobener Beitrag

Tagung – Vom Medium zum Format

Ruhr-Universität Bochum, 14.-15.09.2017

Formate sind technische Maßeinheiten zur Normierung und Verwaltung von medialen Anwendungen und Apparaturen. Sie setzen damit die Regeln fest, nach welchen sich die Wirksamkeiten von Medien in ihren Reproduktions- und Zirkulationsverhältnissen entfalten lassen. Formate beeinflussen die Art und Weise, wie ein Medium erscheint, operiert, reguliert, kommuniziert und erfahrbar wird. Die Flexibilität und Reichweite von Medien sowie ihre Funktionalität und Praktikabilität, aber auch ihre Materialität und ihre Potenziale zur Immersion und Affektion hängen maßgeblich an den technischen Kristallisationsmomenten vorhergehender Standardisierungsverfahren. Trotz jener manifesten Relevanz erscheint das Format als medienwissenschaftliche Größe bisher weitestgehend unberücksichtigt. Als technische Organisationseinheiten medialen Wissens tendieren Formate zu einer rein funktionalen Lesart medialer Infrastrukturen. Wie sehr sich die Kategorie des Formats und besonders auch deren Theoretisierung zur Analyse ubiquitärer, netzwerkartiger, atmosphärischer und ökologischer und damit auch diffuser werdender Formen und Begriffe des Medialen eignet, zeigt Jonathan Sternes Auseinandersetzung mit dem MP3-Format und seinem Ausruf nach der Notwendigkeit einer „format theory“. Nicht zufällig, so scheint es, findet so die Auseinandersetzung mit dem Format über die Sound Studies Einzug in medienwissenschaftliche Diskurse – einem Forschungsfeld, welches immer schon mit den plastischen, fluiden und ephemeren Eigenschaften des Medialen konfrontiert ist.

Im post-medialen Zustand des vermeintlichen Auflösens medialer Fixdispositive wie Fernsehen oder Kino, vor allem auch befeuert durch die Aggregationsgewalt des Digitalen, soll das Format als deren produktive Untersuchungskategorie fruchtbar werden. Denn das Format ändert den Maßstab der Analyse und gibt den Blick frei auf die Interdependenzen und Umgebungen von Medien sowie deren inhärenten Funktionslogiken und Codes und thematisiert damit vor allem auch deren „beneath, beyond and behind“, wie Sterne es formuliert. Vom Großen zum Kleinen ist das Format ein produktives Zugeständnis an die Skalierbarkeit und damit Wendigkeit und Anpassungsfähigkeit von (digitalen) Medien. Dass mit dieser medialen Plastizität, am Reibepunkt von Analog und Digital auch die Kompression, das Kleinrechnen und Verdichten des Medialen einhergeht und die Frage der vermindernden Qualität aufwirft, zeigen ex negativo aktuelle Tendenzen im Bereich Kino: hier werden analoge Formate und eine medienspezifische, kinematographische Materialität als qualitative Gütesiegel in nostalgischer Rückbesinnung und auch als kritisches Statement gegen die Digitalisierung eingesetzt, wie es Christopher Nolans Interstellar (2014) und Quentin Tarantinos The Hateful 8 (2015), die im monumentalen 70mm-Format ausgestrahlt und teilweise auch produziert wurden oder aktuell Damien Chazelles im CinemaScope-Format gedrehter Film La La Land (2016), demonstrieren.

Ausgehend von diesen Beobachtungen will die vom 14.-15.09.2017 an der Ruhr-Universität Bochum unter Federführung der Professur für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik stattfindende Tagung Vom Medium zum Format die Kategorie des Formats als Herausforderung an den Medienbegriff verstehen und zuvorderst fragen, ob diese technisch implementierte Größe eine kulturelle, ästhetische und perzeptuelle Relevanz beanspruchen kann. Vor allem in Hinblick auf audiovisuelle Phänomene soll das Format als medienästhetische Transformationskategorie verstanden werden, welche die Wandelbarkeit und (Selbst)erneuerung des Medialen unter komplexen Voraussetzungen in den Blick bekommt. In welchem Verhältnis stehen Medium und Format? Kann das Format als kultureller Messwert eines Mediums gelten? Stellt gerade auch unter der Maßgabe des Digitalen das Format gar eine Alternative zum Medium dar? Welches sind, über die technisch-materialen Zuschreibungen hinaus, die medienästhetischen Implikationen des Formatbegriffs? Hilft das Format Remediatisierungsmomente sowie die vermeintliche Konkurrenz von Analog und Digital neu zu denken? Welchen Einfluss haben Medienumgebungen und Infrastrukturen auf das ästhetische Erscheinen eines Mediums? Diese und ähnliche Fragen sollen im Fokus der Veranstaltung stehen. Anmeldungen sind über die Tagungshomepage möglich, auf der auch die Abstracts der Vorträge eingesehen werden können.

Veranstalter: Ruhr-Universität Bochum, Professur für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik

Oliver.Fahle@rub.de

Elisa.Linseisen@rub.de

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Blockchain Experten zu Gast in den Medienwissenschaften

Das Seminar ‘Blockchain-Technologie: Vom Internet der Information zum Internet des Wertes’, geleitet von Jose Herranz, hatte Blockchain Experten zu Gast. Das Kapital hierfür wurde von den Seminarteilnehmer_Innen selber über die Crown Blockchain generiert.

Link zum Artikel: Blockchain-Experten besuchen Bochum

 

Anmeldung zu Praxisveranstaltungen im Geschäftszimmer (GB 1/44)

Ab sofort ist im Geschäftszimmer des Instituts die Anmeldung zu folgenden Praxisveranstaltungen möglich:

051 741           Glosse/Kommentar & Interview|Dinsing
21./22. April und 05./06. Mai, 10-17, CT das radio
5 Plätze

051 742          Der Audioschnitt & Königsklasse Hörspiel | Gremm
28./29. April, 10-17, CT das radio
26./27. April, 10-17, CT das radio
(Gilt als eine Teilveranstaltung)

051 744           LLR: Investigativer Journalismus | Esser
Block I: 01. und 02. Juni, 10-17, GA 1/153
Block II: 06. und 07. Juli, 10-17, GA 1/153
16 Plätze

051 745          Praxismodul für Berufseinsteiger (Journalist) | Leyendecker
Fr, 13. April: 14-17, GA 1/153
Sa, 14. April: 10-16, GA 1/153
Fr, 20. April: 14-17, GABF 04/611
Sa, 21. April: 10-16, GABF 04/611
Fr, 22. Juni: 14-17, GA 1/153
Sa, 23. Juni: 10-16, GA 1/155
16 Plätze

051 746               Story und Stoffentwicklung – Drehbuchseminar | Geier
Fr, 08. Juni: 13.30-21, GA 1/153
Sa, 09. Juni: 10.00-18, GA 1/153
So, 10. Juni:   9.00-17, GA 1/153

Die Anmeldung erfolgt über Listen und ist verbindlich. Sie können sich für maximal 2 Teilveranstaltungen anmelden.

Praxisseminare im SoSe 2018 angeboten vom Boskop-Kulturbüro des AKAFÖ

Video im Kinolook: von den Basics bis zum kreativen Freestyle            Razzia/ Chuchrak

Kommentar

Ob fiktionaler Kurzfilm oder Eventdoku – die Videowelt ist vielfältig und bunt. In diesem Seminar tauchen wir unter ganz praxisorientierten Gesichtspunkten in diese audiovisuelle Welt ein. Ziel ist es, Videoaufnahmen im Kinolook zu gestalten und den Teilnehmern/- innen neue und kreative Gestaltungsoptionen zu eröffnen.

Der richtige Umgang mit der Kamera ist dabei ebenso Bestandteil des Seminars wie Einordnungen und Tipps zu Technik und Equipment (Stativ, Follow Focus, Matte Box etc.). Längst nicht alle dem Filmemacher zur Verfügung stehenden Hilfsmittel sind immer sinnvoll oder gar notwendig. Je nach der individuellen Zielsetzung für ein Filmprojekt ist daher die richtige Auswahl entscheidend für den Erfolg.

Ein weiteres Thema des Seminars sind die Grundlagen der filmischen Bildgestaltung sowie der gezielte Einsatz von Perspektiven, Farben und Licht.
Diese Basis ermöglicht es den Teilnehmern/-innen schließlich, eigene Ideen zu konzeptionieren und filmisch auf kreative Weise umzusetzen.

Das Seminar wird von einem erfahrenen Filmemacher begleitet.

Bitte mitbringen: Fotokamera mit Videofunktion/DSLR oder alternativ Camcorder
Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 14 begrenzt.
Die Einschreibung erfolgt vom 11. – 20. April am Stand des AKAFÖ im RUB-Mensafoyer (Kaffeebar).

Der Kurs findet statt: ab 02.05.18, 8 x Mittwoch, 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr s.t. Einmaliger Unkostenbeitrag: 33 Euro

 

Creative Design mit Photoshop                                                           Schweflinghaus

Kommentar

Von der ansprechenden Flyergestaltung bis zur innovativen Online-Plattform – kreative Brain-Tools sind im Alltag praktisch und in der Berufswelt immer wichtiger.
In diesem Seminar geht es um die grundlegenden Kreativitätstechniken für Design und Bildbearbeitung. Wie nutze ich ein Programm wie Photoshop effektiv?

Welche Grundlagen zum Bildaufbau sind nützlich und hilfreich?
Wie manipuliere ich den Rezipienten in meinem Sinne durch gezielte Aufmerksamkeitslenkung?
Auf diese Basis sind der Kreativität der Teilnehmern/-innen keine Grenzen gesetzt.

Bitte mitbringen: Computer/Laptop
Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 12 begrenzt.
Die Einschreibung erfolgt vom 11. – 20. April am Stand des AKAFÖ im RUB-Mensafoyer Der Kurs findet statt: Blockseminar 12. und 13. Mai, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr s.t. Einmaliger Unkostenbeitrag: 38 Euro

 

Und Action!                                                                              Schweflinghaus/ Chuchrak

Kommentar

Das Ziel des Workshops ist die Erstellung eines Kurzfilms oder Clips. Dazu übernehmen die Teilnehmer-/innen in Gruppen unterschiedliche Aufgaben von der Drehbucharbeit über die Requisite und Kameraführung bis zum Schauspiel.
In einer vorbereitenden Sitzung werden Thema des Films und die Arbeitsaufteilung festgelegt und anschließend ein Wochenendtermin für Dreh und Schnitt bestimmt.

Auf diese Weise erhalten die Teilnehmer/-innen einen vielfältigen Überblick über die verschiedenen Facetten filmischen Gestaltens.

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 12 begrenzt.
Die Einschreibung erfolgt vom 11. – 20. April am Stand des AKAFÖ im RUB-Mensafoyer. Der Kurs findet statt: Einführungssitzung am 28.04.18, 11.00 Uhr – 17:00 Uhr s.t.

Termine für Dreh und Schnitt werden dann gemeinsam festgelegt Einmaliger Unkostenbeitrag: 15 Euro