Freie Seminarplätze

In den folgenden Veranstaltungen von Herrn Groß sind noch Plätze frei:

051 721 Theoriegeschichte des populären Kinos

Das Seminar will die gängigen Theorien zum populären Kino erarbeiten und vergleichend analysieren. Dabei sollen auch Theorien diskutiert werden, die sich nicht unmittelbar mit dem populären Kino beschäftigen, aber die kulturelle Funktion standardisierter Unterhaltungsformen – also Genres – thematisieren. Eine solche doppelte Perspektivierung soll einen historiographischen Aufriss des Verständnisses von populärem Kino als Funktion des Archetypischen, des Mythos, von Machtverhältnissen, Geschlechterzuschreibungen, aber auch eines spezifischen Weltverstehens ermöglichen. Dies schließt insbesondere die Rolle des Zuschauers in den Prozess der Genrebildung mit ein.
In Querschnitten durch verschiedene Genres und den Wandel historischer Theorieansätze will das Seminar dann in vergleichenden Filmanalysen das Verhältnis von Film und Zuschauer herausarbeiten.

Einführende Literatur: Barry Keith Grant: Film Genre Reader III, Austin 1995.

Arbeitsleistungen: regelmäßige Teilnahme (auch an der Sichtung), Referatsübernahme (auch in Gruppen), Anfertigen von vier Lesekarten.
Die Prüfungsleistung besteht in der Regel in einer Hausarbeit.

051 720 Motiv- und Bildmigration im Nachkriegsdeutschland

Das Thema der Migration von Bildern und Themen ist in den Medienwissenschaften aktuell. Das liegt nicht zuletzt daran, dass in den vergangenen Jahren in den Geistes- und Kulturwissenschaften wieder verstärkt eine historische Sicht auf die Gegenstände der Untersuchung genommen wird.
In unserem Fall geht es um die Frage, wie, in welcher Form und mit welchen Veränderungen und historischen Wandlungen bestimmte Bilder und Beschreibungen sich im kollektiven Gedächtnis verankert haben. Ein prominentes Beispiel sind die „Nachbildungen des Holocaust“. Das Seminar will an einem konkreten historischen Einschnitt, nämlich im Nachkriegsdeutschland zwischen 1945 und 1960 vergleichend untersuchen, wie die Themen Trümmer, Täter/Opfer etc. in Zeitungen, Büchern, Berichten, Verordnungen, aber auch in der Fotografie und im Film behandelt werden. Gibt es Ähnlichkeiten durch die verschiedenen Medien hindurch oder eher spezifische, medial bedingte Unterschiede? Bilden sich Stereotypen heraus, die die fehlende Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Folgen erklären können? Dominieren dabei bestimmte Medien?
Auf der Grundlage der Lektüren von Quellenmaterial will das Seminar die theoretischen Probleme der Motiv- bzw. Bildmigration in den Blick nehmen und fragen, welche Ansätze zur Beschreibung der Problematik hilfreich sind, das heißt, welche Fragen sich mit welchen Theorien beantworten lassen.

Einführende Literatur: Alexander Böhn, Christine Mielke (Hg.): Die zerstörte Stadt: mediale Repräsentationen urbaner Räume von Troja bis SimCity, Bielefeld 2007.

Arbeitsleistungen: regelmäßige Teilnahme (auch an der Sichtung), Referatsübernahme (auch in Gruppen), Anfertigen von vier Lesekarten.
Die Prüfungsleistung besteht in der Regel in einer Hausarbeit.

051 763 Wie denken Medien Gemeinschaft?

Die Frage, was Gemeinschaft sei, ist ebenso virulent wie schwer bestimmbar. Das liegt zu einem guten Teil daran, dass es sich um einen durch das 20. Jahrhundert hindurch hoch belasteten Begriff handelt. Am Ende des 19. Jahrhunderts steht (in Deutschland) die Unterscheidung von Gesellschaft und Gemeinschaft, das heißt die Unterscheidung einer funktionalen und einer ideellen Gruppe. Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts formen daraus unter anderem die sog. „Volksgemeinschaft“ mit der Konsequenz: „Du bist nichts, dein Volk ist alles.“ Weltkrieg, Holocaust, Völkermord mit Abermillionen Toten sind die bekannten Folgen. Nach 1945 ist der Begriff also gründlich diskreditiert. Zugleich entstehen neue Versuche, den diskreditierten Begriff anders zu denken: in Politik, Philosophie und Kunst.
Das Seminar will versuchen, die wichtigsten Strömungen des Gemeinschaftsdenkens nach 1945 (Arendt, Nancy, Esposito usw.) anhand einschlägiger Texte zu erarbeiten, um dann zu sehen, welche Strategien insbesondere Film und Literatur zur Auseinandersetzung mit Gemeinschaft entwickelt haben. Dabei geht es nicht um die Frage, wie können wir die Theorien auf unsere Gegenstände anwenden, sondern darum, Begriffe für die Beschreibung der spezifischen Ästhetik der Gegenstände in Bezug auf die Gemeinschaft zu finden.
Die Frage, die dem Seminar den Titel gibt, beinhaltet dabei auch ein methodisches Problem, und zwar in Bezug auf die Analyse von Medien: Wir wollen anhand konkreter Beispiele nicht nur untersuchen, wie Medien Gemeinschaft inszenieren, sondern auch, wie und ob Medien den Zuschauer oder Leser so positionieren, dass dieser selbst Teil einer Gemeinschaft oder auch dezidiert davon ausgeschlossen wird.
Deshalb wird die medienanalytische Diskussion gleichwertig neben der Textlektüre und -diskussion stehen.

Einführende Literatur: Oliver Marchart (Hg.): Die politische Differenz, Berlin 2010.

Arbeitsleistungen: regelmäßige Teilnahme (auch an den Sichtungen), Referatsübernahme (auch in Gruppen), Anfertigen von vier Lesekarten.
Die Prüfungsleistung besteht in der Regel in einer Hausarbeit.

051 771 Visual Culture (II)

Das Seminar will die von Matthias Christen im Sommersemester 2011 begonnene Arbeit mit den Studierenden fortsetzen. Insbesondere soll es darum gehen, die Ansätze der Bildwissenschaft/Bildtheorie innerhalb der verschiedenen Disziplinen (Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie, Informatik, Medienwissenschaft etc.) voneinander zu unterscheiden und dezidiert zu klären, welche Fragen zum „Bild“ sich mit welchen Theorien beantworten lassen.

Eine Teilnahme ist ohne den Besuch des Seminars „Visual Culture (I)“ im Sommersemester 2011 nicht möglich.

Arbeitsleistungen: regelmäßige Teilnahme, regelmäßige Präsentation der Arbeitsergebnisse im Seminar, Bereitschaft zur Übernahme von Referaten.
Die Prüfungsleistung besteht in der Regel in einer Hausarbeit.

Sprechstunde: Dienstags 16-18 Uhr; Raum GB 3/55, Anmeldung bitte über bgross@zedat.fu-berlin.de