Voss – Seeing Through

Abstract

In diesem Vortrag geht es um ein theoretisch unterbehandeltes Medium, das zeitgleich mit Kino und Fotografie entstand und zudem bis heute global verbreitet ist: Das Habitat Diorama. Anders als die von Louis Daguerre her bekannten Dioramen zeigen diese in illusionistischen Settings präparierte Tiere in angestammten Lebensräumen und beanspruchen „Fenster zur Natur“ zu sein. Im Vortrag geht es um die mimetischen Strategien dieser Medien zur Wissensvermittlung sowie um ihr medientechnisches Unbewusstes, das Aspekte des Unheimlichen mit solchen der Melancholie und Phantasmen der Naturbeherrschung auf idiosynkratische Weise in sich zusammenführt. Zu fragen ist auch nach ihren reflexiven Potenzialen für eine heute zeitgenössische Rezeption.

Kurzvita

Christiane Voss hat an den Universitäten Wuppertal, Wien, FU Berlin und dem Trinity College Dublin Philosophie, Kunstgeschichte und Linguistik studiert. Promovotion an der Fu Berlin in Philosophie mit der Arbeit: “Narrative Emotionen. Grenzen und Möglichkeiten einer Philosophie der Emotionen” (ersch. Berlin, de Gruyter 2003). Habilitation in Philosophie mit der Arbeit: “Der Leihkörper. Ästhetik und Erkenntnis der Illusion” (ersch.:Fink,München 2013).

Wissenschafliche Mitarbeiterin am SFB 626 FU Berlin “Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste” (2003-2010); Professur für Philosophie a.v Medien, Bauhaus-Universität Weimar seit 2011.

Zahlreiche Publikatione und Herausgaben (letztere zum Teil zus. mit Gertrud Koch, Lorenz Engell und Maria Muhle) zu Themen der Philosophischen Ästhetik, Film- und Medienphilosophie, Philosophie der Affekte und Medien-Anthropologie (siehe website). Aktuell im Erscheinen: Medienanthropologische Szenen, (Hrsg. zus. mit Lorenz Engell und Katerina Krtilova, Fink, München 2018).