Rothöhler: Vernetzte Geschichte(n)

MedienDenken04

Abstract

Die anhaltende Verbreitung kamerafähiger Gadgets (smarte Telefone, Uhren, Brillen, Windjacken, Kühlschränke) samt anhängiger Alltagspraktiken bildbasierter Kommunikation füllen schon seit einiger Zeit die kulturellen Speicher. Eine Gegenwart, die sich selbst permanent im Bild aufschreibt – sozialmedial kanalisiert, geheimdienstlich vielseitig explorierbar – nennt die dazugehörigen Archive «image banks». Parallel zu den unterschiedlich prozessierten Datenbankbildern ist auch ein kontinuierlicher Umbau mehr oder weniger konsolidierter fotografischer Archivbestände zu beobachten, die in Digitalisatform neuartig verteilbar, Partikel des allgemeinen Datenstroms werden. Der Vortrag wird sich anhand eines ausgewählten Beispiels mit der Frage beschäftigen, was mit einem vormals analog verfassten, bürokratisch codierten, nun jedoch «deklassifizierten» Fotoarchiv geschieht, wenn es als weböffentliche Bilddatenbank kalkulierbar wird.

 

Biographical Note

Simon Rothöhler ist Juniorprofessor für Medientechnik und Medienphilosophie an der Ruhr-Universität Bochum und Leiter des
DFG-Forschungsprojekts «Streaming History».