Heidenreich – Er-Zählweisen

Abstract

Ende März 2018 hat die Weltbank ihren Bericht zur Klimamigration publiziert. Darin präsentiert werden geodeterministische Verräumlichungen von Migration, wie Geodeterminismus generell große Teile der Migrationsdebatte bestimmt (so Sybille Bauriedl in ihrem Blog „Klimadebatte“).

Begriffe wie Umweltmigration, Klimaflucht usw. sind seit einigen Jahren ebenso umstritten wie zunehmend gebräuchlich und Gegenstand von Studien und Risikoszenarien. Teil ihrer Aushandlung sind dabei mediale Formatierungen (u.a. der Spielfilm ‚The March‘ von David Wheatley, GB 1990), die Klima, Zählweisen, Flucht und Migration u.a. als Scripted Reality, als Wettervorhersage und andere (Un-)Wahrscheinlichkeiten inszenieren, konstatieren und prognostizieren. Der Vortrag befasst sich mit diesen Er/Zählweisen von Migration und Klimawandel und problematisiert besonders deren Verdatung.

Kurzvita

Nanna Heidenreich ist seit 2016 Prof. für Digital Narratives/Theory an der ifs internationale filmschule köln. Daneben ist sie als Kuratorin tätig, u.a. von 2009-2017 für Forum Expanded (Berlinale), und von 2015-2017 für das HKW Berlin, wo sie Projekte zum Nationalstaat, zur Politisierung des Zuhörens und zu Migration & Schule sowie zur Vorbereitung des Tribunals NSU-Komplex Auflösen realisiert hat. Für Herbst 2019 bereitet sie ‚Hotspots‘ an der Akademie der Künste der Welt vor, ein Vorhaben, das sich mit dem Meeresraum zwischen Tiefseeforschung und Migrationsbewegungen befasst. 2019 erscheint bei transcript ihr neues Buch „Kunst der Migration“ in der Reihe post_koloniale Medienwissenschaft. Sie lebt in Berlin. Etwas Einblick in ihre Arbeit findet sich hier:

nannaheidenreich.net.