Elahe Haschemi Yekani – Mediale Trans* Sichtbarkeit

Abstract

Der Beitrag diskutiert die paradoxe Gleichzeitigkeit einer steigenden Sichtbarkeit von Transpersonen in zeitgenössischen US-amerikanischen Medien und des politischen Backlashs gegen Gleichstellungspolitiken, die sich zurzeit vorallem um die House-Bill-2-Gesetzgebung und die darin enthaltende Forderung nach eindeutig binär getrennten öffentlichen Toiletten drehen. Gibt es also tatsächlich einen „transgender tipping point“ wie die Überschrift zum Cover des Time Magazins, auf dem die Schauspielerin Laverne Cox als erste Transfrau im Juni 2014 abgebildet wurde, suggeriert? Diese spektakuläre Inszenierung von überwiegend Transweiblichkeiten wurde wenig später durch die Enthüllung des neuen Namens des vormaligen Olympioniken Bruce Jenner als Reality-TV-Star Caitlyn Jenner in der Vanity Fair Juni-Ausgabe von 2015 nochmals befeuert. Mit Blick auf den Erfolg der Amazon-Serie Transparent (zurzeit in der dritten Staffel), aber auch den Independent-Film Tangerine (2015), möchte ich zur Diskussion stellen, wie in diesen Narrativen Geschlecht, Un/Sichtbarkeit und Vorstellungen von Zusammenleben verhandelt werden.

Bionote

Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani ist Juniorprofessorin für Englische Literaturwissenschaft an der Europa-Universität Flensburg. Zuvor war sie Fellow am Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz und Universitätsassistentin (Postdoc) am Institut für Anglistik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Zu ihren Veröffentlichungen gehören The Privilege of Crisis. Narratives of Masculinities in Colonial and Postcolonial Literature, Photography and Film (Campus 2011) und Queer Futures: Reconsidering Ethics, Activism, and the Political (Ashgate 2013, hg. mit Eveline Kilian und Beatrice Michaelis).