Making Of: Zur Einführung

Spielfilmen sieht man ihre eigene Entstehung normalerweise nicht an. Kameras, Tonangeln, Scheinwerfer, die Crew – all das wird in den meisten Fällen penibel aus den fertigen Bildern herausgehalten. Dennoch gibt es Filme, die ihren Blick genau auf jene Produktionsumstände lenken, die ansonsten nicht ins Bild geraten. “Making-ofs” dokumentieren auf diese Weise die reale Produktion eines Films, oder geben dies wenigstens vor. Mit der Geschichte, den Formen, der Ästhetik und möglichen Zukunft dieser Making-ofs haben sich Studierende in einem gleichnamigen Seminar auseinandergesetzt, das im Wintersemester 2018/19 am IfM angeboten wurde.

Neben bekannten Dokumentarfilmen wie HEARTS OF DARKNESS (1991, Fax Bahr/George Hickenlooper, zu den Dreharbeiten von Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW) und LOST IN LA MANCHA (2002, Keith Fulton/Louis Pepe, über Terry Gilliams lange unvollendetes Don-Quijote-Projekt) wurden auch experimentelle Making-ofs wie SYMBIOPSYCHOTAXIPLASM (1968, William Greaves) gesichtet und diskutiert, ebenso aber auch frühe, archivarische Beispiele (z.B. ALICE GUY TOURNE UNE PHONOSCÈNE DANS LES STUDIOS DE BUTTES-CHAUMONT, 1907) und zeitgenössische Filme, die eine Trennung zwischen der Wirklichkeit der Dreharbeiten und der Realität des Films bewusst zu unterminieren versuchen (z.B. MYSTERIOUS OBJECT AT NOON, 2000, Apichatpong Weerasethakul). Parallel wurde die bisherige medienwissenschaftliche Forschung zum Making-of rekapituliert und mit Ansätzen der Dokumentarfilmtheorie, der Paratextanalyse und der Produktionsforschung in Beziehung gesetzt. Abschließend recherchierten die Studierenden eigene Beispiel-Making-ofs, die in kurzen Präsentationen vorgestellt und gemeinsam diskutiert wurden.

Die aus diesen Diskussionen entstandenen Texte sind in diesem Wiki versammelt. Neben den zahlreichen Autor*innen, die in den Einträgen genannt sind, möchte ich mich insbesondere bei Nora Giljohann, Nele Helmers und Maya Moritz für die redaktionelle Bearbeitung der Beiträge sowie für die Erstellung dieses Wikis bedanken.

Felix Hasebrink