Folgendes Gender Seminar wird im WS 2016/17 zusätzlich angeboten

080 760    Sex sells?! – Eine Einführung in Asexuality Studies         Dozentin Danneberg

Systematisches Modul: Gender

In den Gender und Queer Studies nehmen Diskurse um “das Sexuelle” (verstanden in einem Foucault’schen doppelten Sinne als Sexualität und Begehren, als Dispositiv und Akt) eine zentrale Stellung ein. Wohlwissend dass in einer binär strukturierten Welt jedes Phänomen stets mit einem komplementierenden Gegenpol auftritt, gehört jedoch paradoxerweise das Asexuelle bislang zu den sträflich vernachlässigten Forschungsgebieten. Dies ändert sich in jüngster Zeit: vor allem in der anglo-amerikanischen Forschungslandschaft rücken nun vermehrt Wissenschaffende den Gegenstand in den Fokus, und suchen nach einem affirmativen Zugang, der über die Negation des Sexuellen hinausreicht. Im deutschen Sprachraum hingegen nimmt das Thema noch eine äußerst prekäre, um nicht zu sagen nahezu inexistente, Stellung ein. Dabei wird rasch deutlich, dass die Beschäftigung mit Asexualität notwendigerweise “das Sexuelle” nicht nur in seinen (hetero-)normativen Ausprägungen und Konsequenzen zur Debatte stellt, sondern noch viel weitreichender auf eine inhärent sex-normative Struktur neoliberal-kapitalistischer Systeme hinweist. Damit werden feministische und queertheoretische Überlegungen nicht nur gewinnbringend erweitert, sondern auch selbst auf ihre unhinterfragten Voraussetzungen geprüft. Es erscheint daher auf mehreren Ebenen überaus sinnvoll sich eingehender mit Asexualität, verstanden als Identitäts- und aber zugleich auch wissenschaftliche Analysekategorie, zu beschäftigen. Da dies bislang im deutschen Sprachraum kaum Resonanz gefunden hat, möchte das Seminar dazu eine erste Anlaufstelle bieten.

Mithilfe grundlegender Positionen und Thesen aus dem noch stark US-zentrierten Forschungsbereich, soll ein Einstieg in die sich gerade in Konstitution begrifflichen Asexuality Studies geboten werden, wobei ein Fokus darauf liegen wird gezielt nach queer_feministischen (und damit in erster Linie macht- und herrschaftskritischen) Anknüpfungspunkten zu suchen. Dabei werden einführende (vorwiegend englischsprachige) Texte und Websites ebenso herangezogen wie audiovisuelle (Selbst-)Dokumentationen oder auch zeitgenössische Filme und Serien, womit nicht nur ein dezidiert interdisziplinärer Ansatz, sondern auch einer zeitgemäßen Form transmedialer (und ggf. partizipativer) Wissensproduktion verfolgt werden
soll.
Termine:
Mi,  09.11.2016, 16-18, GBCF 05/608: Einführung
Mo, 13.02.2017, 10-16, GBCF 05/608
Di,   14.02.2017, 10-16, GBCF 05/608
Mi,   15.02.2017, 10-16, GBCF 05/608
Do,  16.02.2017, 10-16, GBCF 05/608
Fr,    17.02.2017, 10-14, GBCF 05/608