Archiv der Kategorie: Tagungen und Events

KOMMANDO KINO Gäste-Special mit Dr. Hilde Hoffmann

In der studentisch initiierten Projektreihe KommandoKino findet am 19.07. das Gäste-Special mit Dr. Hilde Hoffmann statt. Sie wird Alan Berliners Dokumentation Nobody`s Business mitbringen, der sich noch einmal ganz anders mit dem Thema “Zeit” beschäftigen wird.

Jeder der Interesse hat, ist herzlichst eingeladen um 18 Uhr im Raum GA 1/138 vorbeizuschauen und den Film im Anschluss in entspannter Runde noch einmal Revue passieren zu lassen.

Vortrag: “Erinnerungs- und Vergessenszeichen. Sinnzuschreibung in Holocaust-Denkmälern” (Blue Square, 12.09.17 | 18h)

Am Dienstag, den 12. September 2017 (um 18h) wird Nina Heindl, M.A. (Bochum/Köln) im Rahmen der interdisziplinären Veransatltungsreihe “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien” einen Vortrag halten zum Thema:

“Erinnerungs- und Vergessenszeichen. Sinnzuschreibung in Holocaust-Denkmälern”

ABSTRACT:

Denkmäler im öffentlichen Raum übernehmen eine wichtige Funktion in Bezug auf das Gedenken an den Holocaust. Sie widmen sich dem Mahnen vor der Wiederkehr derartiger Gräueltaten, dem Gedenken und Erinnern an die Opfer des Holocausts im Allgemeinen oder an spezifische Opfergruppen. Die Umsetzungen derartiger Mahnmale sind vielfältig, doch ist ihnen allen gemein, dass sie in besonderer Weise auf die Interpretation der Betrachtenden angewiesen sind, denn ohne das Wiedererkennen der Thematik und der Zuschreibung von Sinn handelt es sich lediglich um eine Skulptur im öffentlichen Raum.

Im Vortrag stellt die Referentin drei Holcaust-Denkmäler vor, die eine eindeutige Sinnzuschreibung verweigern und dadurch gleichermaßen Erinnerungs- und Vergessenszeichen darstellen: George Segals The Holocaust (1984) in San Francisco, Rachel Whitereads viel beachtetes Mahnmal für die 65.000 ermordeten österreichischen Juden und Jüdinnen der Shoah (2000) in Wien und Ulrich Rückriems dezentrales Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus (1988–1990) in Düren.

Der Vortrag von Nina Heindl findet in der 1. Etage im Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe finden sich online unter:
http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

Tagung – Vom Medium zum Format

Ruhr-Universität Bochum, 14.-15.09.2017

Formate sind technische Maßeinheiten zur Normierung und Verwaltung von medialen Anwendungen und Apparaturen. Sie setzen damit die Regeln fest, nach welchen sich die Wirksamkeiten von Medien in ihren Reproduktions- und Zirkulationsverhältnissen entfalten lassen. Formate beeinflussen die Art und Weise, wie ein Medium erscheint, operiert, reguliert, kommuniziert und erfahrbar wird. Die Flexibilität und Reichweite von Medien sowie ihre Funktionalität und Praktikabilität, aber auch ihre Materialität und ihre Potenziale zur Immersion und Affektion hängen maßgeblich an den technischen Kristallisationsmomenten vorhergehender Standardisierungsverfahren. Trotz jener manifesten Relevanz erscheint das Format als medienwissenschaftliche Größe bisher weitestgehend unberücksichtigt. Als technische Organisationseinheiten medialen Wissens tendieren Formate zu einer rein funktionalen Lesart medialer Infrastrukturen. Wie sehr sich die Kategorie des Formats und besonders auch deren Theoretisierung zur Analyse ubiquitärer, netzwerkartiger, atmosphärischer und ökologischer und damit auch diffuser werdender Formen und Begriffe des Medialen eignet, zeigt Jonathan Sternes Auseinandersetzung mit dem MP3-Format und seinem Ausruf nach der Notwendigkeit einer „format theory“. Nicht zufällig, so scheint es, findet so die Auseinandersetzung mit dem Format über die Sound Studies Einzug in medienwissenschaftliche Diskurse – einem Forschungsfeld, welches immer schon mit den plastischen, fluiden und ephemeren Eigenschaften des Medialen konfrontiert ist.

Im post-medialen Zustand des vermeintlichen Auflösens medialer Fixdispositive wie Fernsehen oder Kino, vor allem auch befeuert durch die Aggregationsgewalt des Digitalen, soll das Format als deren produktive Untersuchungskategorie fruchtbar werden. Denn das Format ändert den Maßstab der Analyse und gibt den Blick frei auf die Interdependenzen und Umgebungen von Medien sowie deren inhärenten Funktionslogiken und Codes und thematisiert damit vor allem auch deren „beneath, beyond and behind“, wie Sterne es formuliert. Vom Großen zum Kleinen ist das Format ein produktives Zugeständnis an die Skalierbarkeit und damit Wendigkeit und Anpassungsfähigkeit von (digitalen) Medien. Dass mit dieser medialen Plastizität, am Reibepunkt von Analog und Digital auch die Kompression, das Kleinrechnen und Verdichten des Medialen einhergeht und die Frage der vermindernden Qualität aufwirft, zeigen ex negativo aktuelle Tendenzen im Bereich Kino: hier werden analoge Formate und eine medienspezifische, kinematographische Materialität als qualitative Gütesiegel in nostalgischer Rückbesinnung und auch als kritisches Statement gegen die Digitalisierung eingesetzt, wie es Christopher Nolans Interstellar (2014) und Quentin Tarantinos The Hateful 8 (2015), die im monumentalen 70mm-Format ausgestrahlt und teilweise auch produziert wurden oder aktuell Damien Chazelles im CinemaScope-Format gedrehter Film La La Land (2016), demonstrieren.

Ausgehend von diesen Beobachtungen will die vom 14.-15.09.2017 an der Ruhr-Universität Bochum unter Federführung der Professur für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik stattfindende Tagung Vom Medium zum Format die Kategorie des Formats als Herausforderung an den Medienbegriff verstehen und zuvorderst fragen, ob diese technisch implementierte Größe eine kulturelle, ästhetische und perzeptuelle Relevanz beanspruchen kann. Vor allem in Hinblick auf audiovisuelle Phänomene soll das Format als medienästhetische Transformationskategorie verstanden werden, welche die Wandelbarkeit und (Selbst)erneuerung des Medialen unter komplexen Voraussetzungen in den Blick bekommt. In welchem Verhältnis stehen Medium und Format? Kann das Format als kultureller Messwert eines Mediums gelten? Stellt gerade auch unter der Maßgabe des Digitalen das Format gar eine Alternative zum Medium dar? Welches sind, über die technisch-materialen Zuschreibungen hinaus, die medienästhetischen Implikationen des Formatbegriffs? Hilft das Format Remediatisierungsmomente sowie die vermeintliche Konkurrenz von Analog und Digital neu zu denken? Welchen Einfluss haben Medienumgebungen und Infrastrukturen auf das ästhetische Erscheinen eines Mediums? Diese und ähnliche Fragen sollen im Fokus der Veranstaltung stehen. Anmeldungen sind über die Tagungshomepage möglich, auf der auch die Abstracts der Vorträge eingesehen werden können.

Veranstalter: Ruhr-Universität Bochum, Professur für Filmwissenschaft mit dem Schwerpunkt Filmtheorie und Filmästhetik

Oliver.Fahle@rub.de

Elisa.Linseisen@rub.de

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Informationsveranstaltung wissenschaftliches Schreiben in der Medienwissenschaft

Am 16. August ab 14 Uhr in GA 1/138 findet wieder eine allgemeine Informationsveranstaltung zum Thema Hausarbeiten und wissenschaftliches Schreiben in der Medienwissenschaft statt. Neben einer allgemeinen Darstellung, was ist eigentlich wissenschaftliches Schreiben und wie fasse ich eine Hausarbeit in der Medienwissenschaft ab, wird es wie immer auch die Gelegenheit geben, eigene Themen und Arbeiten zu besprechen und eventuelle Probleme zu erörtern und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Anmeldung bitte über eine kurze eMail an: angela.schroeder-2@rub.de

Vortrag: “London 1938. Franz Baron zeichnet das Konzentrationslager Dachau” (Blue Square, 11.07.17 | 18h)

Am Dienstag, den 11. Juli 2017 (um 18h) wird Dr. Michaela Haibl (Dortmund) einen Vortrag halten zum Thema:

“London 1938. Franz Baron zeichnet das Konzentrationslager Dachau”

ABSTRACT:

Trotz jahrzehntelanger Forschungsanstrengungen erscheinen viele Aspekte des Nationalsozialismus heute eher abstrakt. Erst die Biografien einzelner Menschen vermitteln eine genauere Vorstellung von der damaligen Zeit, beispielsweise vom Leben in den Konzentrationslagern. Einer, dessen Biografie überliefert wurde, ist Franz Baron. Er entkam im Jahr 1938 dem Konzentrationslager Dachau und konnte vor den Nationalsozialisten nach London fliehen. Dort schrieb er einen schonungslosen Bericht über das Konzentrationslager, der damals allerdings kaum aufgegriffen wurde. Die Wirkung blieb daher aus. Neben dem Bericht ist außerdem eine kleine Sammlung von Bleistiftzeichnungen erhalten geblieben. In etwa 20 Skizzen erklärt Franz Baron das Konzentrationslager und den Lageralltag in Dachau.

Der Vortrag von Michaela Haibl findet im Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe finden sich online unter:
http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

IFM-Tag / Tag der Lehre | 5. Juli 2017 | GABF 04/611

Am 5. Juli veranstaltet das Institut für Medienwissenschaft erneut den IFM-TAG / TAG DER LEHRE, zu dem wir alle Studierenden herzlich einladen! Der Tag der Lehre soll Ihnen die umfangreiche Gelegenheit bieten, direkt mit Lehrenden des Instituts in Dialog zu treten und über sämtliche Fragen bezüglich wissenschaftlicher Ausbildung und Lehre zu diskutieren. Dies betrifft inhaltliche ebenso wie methodische Aspekte des Studiums.

Auf dem Programm stehen der Austausch über Betreuung und Feedback für Studienleistungen, Beispiele für Good Practices, studentische Perspektiven auf Studium und Lehre inkl. der Auswertung der vom FR Medienwissenschaft durchgeführten Umfrage, sowie eine Podiumsdiskussion zur Anwesenheit in Lehrveranstaltungen.

Im Anschluss an die DIskussion lädt das Institut für Medienwissenschaft zum Grillen auf dem Grillplatz vor HGB.

 

Vortrag: “Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager” (Blue Square, 13. Juni 2017 um 18h)

Dr. Jörn Wendland (Köln) wird am Dienstag, den 13. Juni 2017 um 18h im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien” einem Vortrag halten zum Thema „Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager”.

ABSTRACT:
“Comics im KZ? Das erscheint kaum vorstellbar. Wer nicht zu den Millionen Ermordeten in den verschiedenen nationalsozialistischen Lagern gehörte, litt unter Hunger, Krankheit, Folter und Zwangsarbeit. Und doch gelang es einigen wenigen Gefangenen sich mit sequentieller Kunst auszudrücken. Auch unmittelbar nach der Befreiung fertigten zahlreiche Überlebende mehrteilige Bildserien über ihre Lagerzeit an.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die sequentiellen Bildwerke von Häftlingen verschiedener NS-Lager. Darin geht es unter anderem um den narrativen Zusammenhang der einzelnen Bilder, die Beziehung zwischen Text und Bild, aber auch um Fragen nach Täter-Opfer-Perspektiven. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten des ungarischen Grafikers István Irsai und des österreichischen Architekten, Publizisten und „Nazijägers“ Simon Wiesenthal.”

Der Vortrag von Jörn Wendland findet in der 2. Etage des Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe sind online einsehbar unter:

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

Vortrag: “Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben” (Blue Square, 09. Mai 2017 um 18h)

Dr. Ilka Wonschik (Köln) wird am Dienstag, den 09. Mai 2017 um 18h die interdisziplinäre Vortragsreihe “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien” mit einem Vortrag zum Thema „Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben“ eröffnen.

ABSTRACT:
“Das Gesamtwerk der Künstlerin Chava Pressburger ist stark mit ihrer von Gewalt und Krieg geprägten Lebensgeschichte verbunden. So verlor sie etwa ihren Bruder Petr Ginz in Auschwitz.
Geboren 1930 in Prag, wuchs sie in einem Elternhaus auf, das von jüdischen wie auch christlichen Traditionen geprägt war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie im Mai 1944 nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1945 die Befreiung erlebte. Im Jahre 1948 – infolge der kommunistischen Machtergreifung in Tschechien – emigrierte Pressburger nach Israel, wo sie sich als anerkannte Künstlerin etablierte.
In ihrem Vortrag zeigt die Referentin, dass sich die Künstlerin zeitlebens mit Hilfe der Kunst mit den Erlebnissen während des Holocausts auseinandersetzte. Chava Pressburger versucht mit ihrer Kunst das Unsagbare auszudrücken. Themen, die sie besonders beschäftigten, sind das menschliche Leid und der Hass, die uns in Zeiten des Terrors auch heute noch beschäftigen.” „Vervielfältigte Schreckensbilder. Zur Bildpolitik der Holocaust-Darstellung im Comic“.

Der Vortrag von Ilka Wonschik findet in der 2. Etage des Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe sind online einsehbar unter:

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

Interdisziplinäre Vortragsreihe: “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien”

Die Verfolgung und systematische Ermordung von Millionen Menschen in der Zeit des Nationasozialismus ist nur schwer in Worte und Bilder zu fassen. Bis heute gibt es in den Medien und Künsten sehr unterschiedliche Formen, wie der Holocaust thematisiert wird.  Alle wollen die Menschen dazu anregen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und sie aufzuarbeiten.

Aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln nehmen die Referent_innen bei dieser Vortragsreihe sowohl historische als auch zeitgenössische Repräsentationen und Berichte des Holocaust in den Blick. Unter anderem stellen sie dar, unter welchen spezifischen Bedingungen sie jeweils entstanden und rezipiert wurden. Die Besucher_innen der Vortragsreihe sollen so angeregt werden, sich selbst eine Meinung über die Darstellungsmöglichkeiten und Grenzen des Holocaust in Kunst, Kultur und Medien zu bilden.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Instituts für Medienwissenschaft (IfM) und des Kunstgeschichtlichen Instituts (KGI) der Ruhr-Universität Bochum.

Organisation: Dr. Véronique Sina (Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum) und Nina Heindl, M.A. (Kunstgeschichtliches Institut, Ruhr-Universität Bochum).

Ort: Blue Square, Kortumstr. 90, 44787 Bochum

Abstracts sowie weitere Informationen unter:
http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

PROGRAMM:

9. Mai 2017 / 18h
Dr. Ilka Wonschik (Köln):
„Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben“

13. Juni 2017 / 18h
Dr. Jörn Wendland (Köln):
„Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager“

11. Juli 2017 / 18h
Dr. Michaela Haibl (Dortmund):
„London 1938. Franz Baron zeichnet das Konzentrationslager Dachau“

8. August 2017 / 18h
Dr. Véronique Sina (Bochum):
„Dokumente des Unvorstellbaren. Fotografien des Sonderkommandos und ihre Reproduktion in Comic, Film und Fernsehen“

12. September 2017 / 18h
Nina Heindl, M.A. (Bochum/Köln):
„Erinnerungs- und Vergessenszeichen. Sinnzuschreibung in Holocaust-Denkmälern“

Einladung zum Workshop: “Formen der Selbstreflexivität im Medium Comic” (2./3. März 2017, Universität zu Köln)

Dritter Workshop der AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)

Universität zu Köln, 2. und 3. März 2017, Raum: S 78, Philosophikum (Gebäude 103), 
Universitätsstraße 4, 50923 Köln

Auf dem Prinzip der Differenz und Wiederholung, der Redundanz und Variation 
basierend, ist die (serielle) Ästhetik des Comics durch eine grundlegende
performative sowie selbstreflexive Struktur gekennzeichnet. Dieses strukturelle 
Charakteristikum wird bereits beim frühen Zeitungscomic immer wieder für Pointen 
genutzt und findet sich in allen Comicproduktionen – unabhängig von Genre, 
Zielpublikum oder anderweitiger Zuordnungen und Kategorisierungen – wieder. 
Dabei sind verschiedene Modi der Selbstreflexivität in ihrer spezifischen 
Ausprägung auch aus anderen Medien bzw. Künsten bekannt, etwa Malerei, Film, 
Theater und Literatur, deren wissenschaftliche Erschließung Instrumentarien für die
Auseinandersetzung mit Techniken der Selbstthematisierung im Comic liefern können. 
Die gezielte Thematisierung und Wiederholung/Wiederaufführung des Mediums kann 
unterschiedliche Formen annehmen, wie etwa die Reflexion des künstlerischen 
Herstellungsprozesses oder die Selbstdarstellung der Comickünstler/innen im eigenen 
Werk.

Die immanente Selbstbezüglichkeit des Comics zeichnet sich aber ebenso durch ein 
Spiel mit den Möglichkeiten der eigenen Darstellungsmittel aus, welches nicht nur 
das Aufzeigen, sondern auch das Aufbrechen und Erweitern medialer Konventionen mit 
sich bringt. So vielfältig die Erscheinungsweisen der Selbstreflexivität im Comic 
sind, so divers sind auch deren interpretatorische Zusammenhänge. Selbstreflexiven 
Comics wird einerseits in werkinterner Perspektive eine besondere Wert- und 
Kunsthaftigkeit zugeschrieben, weil sie ihre Künstlichkeit ausstellen und den 
Wissenshorizont der Produzent*innen über Geschichte und Gestaltungsbedingungen des 
Mediums ausstellen. Andererseits kommt derartigen Comicproduktionen in 
ideologiekritisch-werkexterner Perspektive Aussagewert über die mediale 
Konstruktion von Wirklichkeit zu. Neben diesen Kontrapunkten sind weitere 
Interpretationsmodelle denkbar und im Rahmen des Workshops zu diskutieren.

Das Programm des Workshops, welches 20 Impulsvorträge und eine rahmende Keynote 
von PD Dr. Ole Frahm (Frankfurt) umfasst, ist online und kann unter 
folgendem Link eingesehen werden: 
https://agcomic.wordpress.com/category/ag-workshop/

ANMELDUNG
Aufgrund begrenzter Raumkapazitäten ist die Teilnahme am Workshop ausschließlich
nach vorheriger Anmeldung möglich. Diese ist bis zum 17. Februar 2017 per
E-Mail an agworkshop2017@gmail.com zu richten.

ORGANISATION
Nina Heindl (Universität zu Köln, Kunsthistorisches Institut)
Véronique Sina (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)