Archiv der Kategorie: Publikationen

Aktuelle Veröffentlichungen (print und digital)

Neuerscheinung – »Reflexionen des beschädigten Lebens?«

Bastian Blachut, Imme Klages, Sebastian Kuhn (Hg.)

Reflexionen des beschädigten Lebens?

Das frühe deutsche Nachkriegskino gilt gemeinhin als Ort der Verdrängung. Eine detaillierte Analyse jedoch zeigt, dass die Filme der späten 1940er und der 1950er Jahre erstaunlich viel über den Zustand der deutschen Nachkriegsgesellschaft und deren Umgang mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit aussagen. In den Filmen der 1950er Jahre treten kollektive wie persönliche Traumata zutage, die im Alltagsleben durch die optimistischen rhetorischen Figuren vom »Wirtschaftswunder« und vom »Wiederaufbau« verdeckt blieben. Die einzelnen Beiträge dieses Bandes erörtern, ob bzw. inwiefern die Kriegsfolgen im deutschen Kino zwischen 1945 und 1962 sicht- und hörbar gemacht werden, und werfen hierfür ein breites Feld an Untersuchungsfragen und – beispielen auf.

Anhand von populären Produktionen, aber auch anhand von selbst in der Filmwissenschaft relativ unbekannten Filmen werden zum Beispiel Lücken in der Logik gängiger Erzählmuster aufgespürt, das häufig auftauchende Motiv des Suizids in seiner Funktion als Metapher vorgestellt oder die Entwicklung und Gestaltung bestimmter neuer Figurentypen untersucht. In die Analysen einbezogen werden neben bundesdeutschen Filmen auch österreichische und italienische Produktionen sowie Produktionen aus der DDR und aus den USA.

Neuerscheinung – »Paranoia. Lektüren und Ausschreitungen des Verdachts«

Hg. v. Timm Ebner, Rupert Gaderer, Lars Koch und Elena Meilicke

Paranoia wird im Allgemeinen nicht nur als klinisches Bild, sondern auch als auffällige Form der Weltwahrnehmung angesehen. Dieser Band umfasst Paranoia-Studien zur Medien- und Literaturgeschichte, ausgehend vom 19. Jahrhundert (Kleist) bis in die Gegenwart (Daten-Paranoia).

Er orientiert sich an Jacques Lacans Einsicht: »Es gibt keine Paranoia, es gibt nur Paranoiker«. Die Autorinnen und Autoren leisten keiner Pathologisierung der Paranoia Vorschub, sondern gelangen, ausgehend von konkreten Einzelfällen, zu einer genaueren Beschreibung der Verfahren paranoischer Welterschließung.

Beiträge von Jörn Ahrens, Friedrich Balke, Luisa Banki, Wolfram Bergande, Martin Doll, Timm Ebner, Rupert Gaderer, Christian Geulen, Thorsten Hahn, Anna Häusler und Johannes Windrich, Lars Koch, Sophie Ledebur, Elena Meilicke, Johannes Pause, Anna Tuschling, Burkhardt Wolf. Link zum Verlag 

Neuerscheinung – »Denkweisen des Spiels«

Gibt es eine spezifische Medialität des Spiels, die es sinnvoll macht, das Verhältnis jeden Ereignisses zu seiner Umgebung als Spiel zu beschreiben? In welcher Weise können Technik, Spiel und Ästhetik neu gedacht werden? Vor dem Hintergrund der Aktualität, welche die Spieletheorien von Huizinga und Caillois in den Game Studies erlangten, unternimmt der Band eine medienphilosophische Befragung des Spielbegriffs. Er behandelt dabei das Spiel unter Bezugnahme auf Fragen der Neuen Materialismen und wirft zugleich einen neuen Blick auf das Spiel in der Psychoanalyse. “Denkweisen des Spiels. Medienphilosophische Annäherungen” mit Beiträgen von J. Bee, A. Beinsteiner, M. David-Ménard, A. Deuber-Mankowsky (Hg.), J. Degeling,R. Görling (Hg.), L. Handel, F. Raczkowski, K. Rothe, St. Trinkaus, S. Wiemer ist im Verlag Turia+Kant erschienen:
http://www.turia.at/titel/ci_spiel.php

Neuerscheinung: Kippbilder der Familie

Moderne Adoption ist Gegenstand liberaler und ›multikultureller‹, biopolitischer und nationaler Imaginationen und Politiken. Die dabei entstehenden Ambivalenzen manifestieren sich in Spiel- und Dokumentarfilmen in einem sentimentalen Darstellungsmodus. Von »Stella Dallas« (1937) bis »First Person Plural« (2000) erzeugt Adoption affirmative, zugleich in Bezug auf Geschlecht, Klasse und ›Rasse‹ machtkritische Kippbilder.
Ausgehend von diesem ambivalenten kritischen Potenzial des Sentimentalen führt Anja Michaelsen in ihrer Analyse der medialen Gefühlsdisposition gegenwärtiger Familien Kultur- und Filmwissenschaft mit internationaler kritischer Adoptionsforschung zusammen.

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3663-5/kippbilder-der-familie

onlinejournal kultur & geschlecht #17 ist erschienen

Die neue Ausgabe des onlinejournal kultur & geschlecht  #17 2016 ist erschienen https://kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de/
Die aktuelle Ausgabe des onlinejournal kultur & geschlecht hat mit Beiträgen zu Film, YouTube-Videos, Kartographie und Drohnen einen medienwissenschaftlichen Schwerpunkt. Mit wissenschaftlichen Artikeln, einem Feature und einer Rezension bietet die Ausgabe erneut diverse Textformate an. Thematisch nehmen die Autor_innen queere identitätspolitische Darstellungen – vom Verschwinden melancholischer Männlichkeit und des Coming Outs als asexuell – in den Blick. Mediatisierung – in Form von Drohnenpräsenz und digitaler Kartographie – wird als Überwachungstechnologie, aber auch als wesentliches Element politischen Widerstands diskutiert.
Inhalt:
Melancholie und Identität in dem Film I’m Not There von Todd Haynes
Angela Rabing

Vlogging Asexuality. Beobachtungen zum subversiven Potential von medienästhetischen ‚Spielereien’
Nadine Dannenberg

Kollektive Handlungsermächtigung in der postfordistischen Stadt: Wohnungsnot und Aktivismus am Beispiel der spanischen PAH
José Herranz

„Geruchswahrnehmung aus der Luft ist meines Wissens nach gestattet.“ Daten, Drohnen, Drogenfahndung am Beispiel des Cannachoppers
Carolin Rolf, Mary Shnayien

Die eigenen Voraussetzungen befragen. Rezension: Kathrin Peters, Andrea Seier (Hg.): Gender & Medien-Reader
Sarah Horn

Das onlinejournal kultur & geschlecht ist ein transdisziplinäres Forum für Nachwuchswissenschaftler_innen der Ruhr-Universität Bochum, die zu Geschlechterfragen und ihren Kontexten forschen. Es wir am Lehrstuhl für Medienöffentlichkeit und Medienakteure mit besonderer Berücksichtigung von Gender des Instituts für Medienwissenschaft von Astrid Deuber-Mankowsky und Anja Michaelsen herausgegeben, gefördert von der Fakultät für Philologie und dem Rektorat der RUB.

Neuerscheinung 2016: Diversity in Transcultural and International Communication

Carola Richter, Indira Dupuis und Stefanie Averbeck-Lietz (Hrsg.)

Diversity in Transcultural and International Communication

Das Diversity-Konzept ist in der anglo-amerikanischen Debatte um Repräsentationen von Vielfalt in den Medien seit Jahrzehnten fest verankert. So wird es als selbstverständlich betrachtet, Belegschaften in Mediennetworks durch Diversity Management bewußt vielfältig zu gestalten. Dadurch soll Chancengleichheit in der Medienproduktion erreicht und der inhaltliche Medienpluralismus gestärkt werden. Hierzulande läuft die Beschäftigung mit Diversity und Medien erst langsam an. Als heuristisches Modell hat es bislang eher selektiv Eingang in die medien- und kommunikationswissenschaftliche Debatte gefunden. Allerdings ist die deutsche Gesellschaft sehr vielfältig und auch Medien sind gehalten einen Weg zu finden, diese Diversität in Institutionen und Medieninhalten widerzuspiegeln, wenn sie ihren Funktionen gerecht werden wollen.

Der Sammelband Diversity in Transcultural and International Communication greift diese Forschungslücke auf und versammelt eine Reihe theoretisch-normativer, medienpolitischer sowie empirischer Studien zum Thema Diversität vor allem in den Massenmedien. Es geht dabei um Fragen der Implementierung sozialer und kultureller Vielfalt in den Unternehmen, der Medienregulierung sowie in Medieninhalten.

An dem Sammelband haben gleich zwei Mitglieder des IfM mitgewirkt,  Barbara Thomaß sowie Christine Horz. Indira Dupuis, als ehemalige Mitarbeiterin, hat den Band mit herausgegeben.

Neuerscheinung – Ortsbestimmungen

»Ortsbestimmungen. Das Dokumentarische zwischen Kino und Kunst« nimmt die Verkündung eines documentary turn in der Kunst zum Anlass, nach den konkreten Bedingungen und Problemen der Ausstellung von Filmen zu fragen, sowie nach dokumentarischen Verfahren wie dem Reenactment und der Arbeit mit Found Footage, die in der Kunst genutzt werden, ohne dort ausschließlich beheimatet zu sein. Behandelt werden aber auch einzelne Filme, die die Grenzen zwischen Kunst und Kino, der Welt des Films und der der Kunst obsolet erscheinen lassen, weil sie hier wie dort gezeigt, gesehen und kommentiert werden.

Neuerscheinung – Comic – Film – Gender

Véronique Sina – Comic – Film – Gender
Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm

Welche Rolle spielt die Kategorie Gender für die Konstitution von Comic und Film? Véronique Sina geht dieser Frage anhand ausgewählter Comic- und Filmbeispiele wie Frank Millers »Sin City«, Enki Bilals »Immortel (ad vitam)« oder Matthew Vaughns »Kick- Ass« nach. Auf Basis einer detailreichen, vergleichenden Analyse beider Medien entwickelt sie das Konzept des performativen Comicfilms und verdeutlicht dabei gleichzeitig, wie sich Comic, Film und Gender wechselseitig generieren und produktiv aufeinander einwirken. Mit dieser Fokussierung auf die reziproke Beziehung der Performativität von Gender sowie der Medialität des Performativen leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zu den Gender-Media Studies.

onlinejournal kultur&geschlecht #13

Die aktuelle Ausgabe des onlinejournal kultur&geschlecht #13 ist erschienen
http://www.ruhr-uni-bochum.de/genderstudies/kulturundgeschlecht/index.html

Inhalt:

  • Mary Shnayien: Der rosafarbene Elefant im Raum. Überlegungen zur fehlenden Wut über die NSA-Affäre
    Keywords: Netzpolitik, Bilderpolitik, Kontrollgesellschaft
  • Jennifer Eickelmann: Mediatisierte Missachtung und die Verhandlung von Gender bei Empörungswellen im Netz. Der Fall Anita Sarkeesian
    Keywords: Shitstorm, Verletzungsmacht, Popkultur
  • Maxi Braun: „The goddamn Hope Diamond of the transsexuals“. (Trans-)Sexualität in der US-amerikanischen Neoserie Nip/Tuck
    Keywords: Identität, Postmoderne Subjekte, Körper, Serien
  • Anja Michaelsen, Karin Michalski, Todd Sekuler: AIDS-Proteste, Videokunst und queere Politiken
    Keywords: Bilderpolitik, Filmästhetik, AIDS, Aktivismus, Public Feelings

Videos:

  • Familienfreundlich oder familiengerecht?
    von Amanda Witkowski, Carina Sienert, Laura Raimondi und Eva Westermann
  • InFashion
    von Philipp Hanke und Katharina Gregor

Das onlinejournal kultur & geschlecht ist ein transdisziplinäres Forum für Nachwuchs-wissenschaftler/innen der Ruhr-Universität Bochum, die zu Geschlechterfragen und ihren Kontexten forschen. Es wird am Lehrstuhl für Medienöffentlichkeit und Medienakteure mit besonderer Berücksichtigung von Gender des Instituts für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum von Astrid Deuber-Mankowsky und Anja Michaelsen herausgegeben, gefördert von der Fakultät für Philologie und dem Rektorat der RUB.

Neuerscheinung: “Kultur – Ein Machinarium des Wissens”

Benjamin Bühler, Stefan Rieger
Kultur – Ein Machinarium des Wissens

Verlagsinfo: “Wie unterhaltsam und aufschlussreich es sein kann, sich Menschenbildern sowie wissenschaftsgeschichtlichen Konstellationen über den Umweg von Wissensfiguren aus Tier- und Pflanzenwelt zu nähern, haben Benjamin Bühler und Stefan Rieger in Vom Übertier (es 2459) und Das Wuchern der Pflanzen (es 2547) bewiesen. Sie zeichneten nach, wie unschuldige kleine Erbsen ins Kreuzfeuer von Darwinisten, Katholiken und stalinistischen Forschungspolitikern geraten konnten und wie es der virtuellen Mickey Mouse gelang, sich Mitte des 20. Jahrhunderts unter die Tiere aus Fleisch und Blut zu mischen.”

http://www.suhrkamp.de/buecher/kultur-benjamin_buehler_12650.html