Archiv der Kategorie: Publikationen

Aktuelle Veröffentlichungen (print und digital)

Neuerscheinung – »Reflexionen des beschädigten Lebens?«

Bastian Blachut, Imme Klages, Sebastian Kuhn (Hg.)

Reflexionen des beschädigten Lebens?

Das frühe deutsche Nachkriegskino gilt gemeinhin als Ort der Verdrängung. Eine detaillierte Analyse jedoch zeigt, dass die Filme der späten 1940er und der 1950er Jahre erstaunlich viel über den Zustand der deutschen Nachkriegsgesellschaft und deren Umgang mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit aussagen. In den Filmen der 1950er Jahre treten kollektive wie persönliche Traumata zutage, die im Alltagsleben durch die optimistischen rhetorischen Figuren vom »Wirtschaftswunder« und vom »Wiederaufbau« verdeckt blieben. Die einzelnen Beiträge dieses Bandes erörtern, ob bzw. inwiefern die Kriegsfolgen im deutschen Kino zwischen 1945 und 1962 sicht- und hörbar gemacht werden, und werfen hierfür ein breites Feld an Untersuchungsfragen und – beispielen auf.

Anhand von populären Produktionen, aber auch anhand von selbst in der Filmwissenschaft relativ unbekannten Filmen werden zum Beispiel Lücken in der Logik gängiger Erzählmuster aufgespürt, das häufig auftauchende Motiv des Suizids in seiner Funktion als Metapher vorgestellt oder die Entwicklung und Gestaltung bestimmter neuer Figurentypen untersucht. In die Analysen einbezogen werden neben bundesdeutschen Filmen auch österreichische und italienische Produktionen sowie Produktionen aus der DDR und aus den USA.

NEUERSCHEINUNG: “Notwendige Unzulänglichkeit. Künstlerische und mediale Repräsentationen des Holocaust”

Nina Heindl und Véronique Sina (Hg.)
Notwendige Unzulänglichkeit
Künstlerische und mediale Repräsentationen des Holocaust
Reihe: Kunstgeschichte
Bd. 103, 240 S., 34.90 EUR, 34.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-13539-1

“Wie kann der Holocaust und die Facetten dessen, was unter diesem Begriff subsumiert wird, durch künstlerische und mediale Repräsentationen fassbar gemacht und vermittelt werden?

Diese Frage, die unweigerlich aus der Auseinandersetzung mit dem Holocaust resultiert, wird bis heute sowohl im öffentlichen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs kontrovers diskutiert. Während die zur Zeit des Nationalsozialismus begangenen Gräueltaten einer anhaltenden Erinnerung und damit auch einer fortlaufenden Darstellung bedürfen, um nicht in Vergessenheit zu geraten und nachfolgende Generationen zu mahnen, scheint jeder Versuch der (nachträglichen) Repräsentation der Shoah ob der Grausamkeit der begangenen Verbrechen zwangsläufig an seine künstlerischen und medialen Grenzen zu geraten, da er Gefahr läuft, dem unfassbaren Schrecken Sinn und Kohärenz zu verleihen.

Der interdisziplinäre Sammelband geht dieser zwangsläufigen Unzulänglichkeit und gleichzeitigen Notwendigkeit der Repräsentation, diesem Paradoxon der (Un-)Darstellbarkeit des Holocaust, anhand unterschiedlicher künstlerischer und medialer Schwerpunktsetzungen nach.”

http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-13539-1

NEUERSCHEINUNG – Astrid Deuber-Mankowsky – Queeres Post-Cinema

Astrid Deuber-Mankowsky: Queeres Post-Cinema. Yael Bartana, Su Friedrich, Todd Hanes, Sharon Hayes. August Verlag, Berlin 2017
 
In den besten Momenten gelang dem New Queer Cinema, was Deleuze Ende der 1980er Jahre vom Film im Zeitalter der digitalen Bilder verlangte: einen neuen Widerstand zu erfinden. Es konstituierte sich dabei von Anfang an post-kinematographisch: jenseits des klassischen Kino-Dispositivs, neue Aufnahmetechniken benutzend und mit Ästhetiken und Formen queerer Subjektivierung experimentierend. Entlang der frühen Filme von Todd Haynes, ausgewählter Videoarbeiten von Yael Bartana und Sharon Hayes und dem Video Seeing Red von Su Friedrich wird untersucht wie in einem so verstandenen queeren Post-Cinema Ästhetik, Politik und Technik zusammenspielen. 

NEUERSCHEINUNG – »Das Marvel Cinematic Universe – Anatomie einer Hyperserie«

Das seit 2008 kontinuierlich expandierende Marvel Cinematic Universe gilt als das kommerziell erfolgreichste Filmfranchise der Gegenwart. Die hohe Erfolgsquote des mittlerweile zur Walt Disney Corporation gehörenden Marvel Studios hat eine Reihe von unterschiedlich weit fortgeschrittenen Nachahmungsbemühungen seitens Hollywood in Gang gesetzt, die Formel des Cinematic Universe auf ihre eigenen Filmfranchises zu übertragen. Was aber ist ein Cinematic Universes und wie unterscheidet es sich von einer herkömmlichen Fortsetzungsserie im Kino? Dieser Frage wird anhand einer Untersuchung des Marvel Cinematic Universe am Ende seiner zweiten „Phase“ nachgegangen.

Das Marvel Cinematic Universe, das über Kinofilme hinaus auch TV- und Webserien hervorgebracht hat, führt den Begriff der linear organisierten Serie an die Grenzen seiner Beschreibungsfähigkeit. Der Autor stellt diesem das Konzept der multilinearen Hyperserie entgegen, mit dessen Hilfe sich die serialisierten Narrationen des MCU hierarchisch strukturieren und ihre Relationen zueinander bestimmen lassen. Auf der Grundlage von theoretischen Überlegungen zu Ästhetik und Ökonomie der Serie im Kino und der Betrachtung einiger Fallbeispiele aus Film und Fernsehen zeichnet der Autor anhand des X-Men-Filmfranchises den Übergang von einer linearen Serie zu einer multilinearen Hyperserie nach, und wendet das hier entstehende Modell in einer anschließenden Analyse auf das Marvel Cinematic Universe an, in dem unterschiedliche, interseriell kohärente Binnenserien an einer den einzelnen Film übersteigenden Narration mitschrieben. In einer ausführlichen Auseinandersetzung mit den im MCU zur Anwendung kommenden Serialitätsstrukturen, aber auch unter ständiger Berücksichtigung der die Filme und Serien begleitenden Produktionsdiskurse, verdeutlicht der Autor Zusammenhänge zwischen Ästhetik und Ökonomie eines visuell neu formatierten, seriellen Blockbusterkinos vor dem Hintergrund einer Kultur der Medienkonvergenz.

Peter Vignold
DAS MARVEL CINEMATIC UNIVERSE – ANATOMIE EINER HYPERSERIE
Schüren Verlag
Marburger Schriften zur Medienforschung [69] | 176 Seiten, zahlr. Abb.
19,90 € | ISBN 978-3-89472-970-7

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Neuerscheinung – »Paranoia. Lektüren und Ausschreitungen des Verdachts«

Hg. v. Timm Ebner, Rupert Gaderer, Lars Koch und Elena Meilicke

Paranoia wird im Allgemeinen nicht nur als klinisches Bild, sondern auch als auffällige Form der Weltwahrnehmung angesehen. Dieser Band umfasst Paranoia-Studien zur Medien- und Literaturgeschichte, ausgehend vom 19. Jahrhundert (Kleist) bis in die Gegenwart (Daten-Paranoia).

Er orientiert sich an Jacques Lacans Einsicht: »Es gibt keine Paranoia, es gibt nur Paranoiker«. Die Autorinnen und Autoren leisten keiner Pathologisierung der Paranoia Vorschub, sondern gelangen, ausgehend von konkreten Einzelfällen, zu einer genaueren Beschreibung der Verfahren paranoischer Welterschließung.

Beiträge von Jörn Ahrens, Friedrich Balke, Luisa Banki, Wolfram Bergande, Martin Doll, Timm Ebner, Rupert Gaderer, Christian Geulen, Thorsten Hahn, Anna Häusler und Johannes Windrich, Lars Koch, Sophie Ledebur, Elena Meilicke, Johannes Pause, Anna Tuschling, Burkhardt Wolf. Link zum Verlag 

Neuerscheinung – »Denkweisen des Spiels«

Gibt es eine spezifische Medialität des Spiels, die es sinnvoll macht, das Verhältnis jeden Ereignisses zu seiner Umgebung als Spiel zu beschreiben? In welcher Weise können Technik, Spiel und Ästhetik neu gedacht werden? Vor dem Hintergrund der Aktualität, welche die Spieletheorien von Huizinga und Caillois in den Game Studies erlangten, unternimmt der Band eine medienphilosophische Befragung des Spielbegriffs. Er behandelt dabei das Spiel unter Bezugnahme auf Fragen der Neuen Materialismen und wirft zugleich einen neuen Blick auf das Spiel in der Psychoanalyse. “Denkweisen des Spiels. Medienphilosophische Annäherungen” mit Beiträgen von J. Bee, A. Beinsteiner, M. David-Ménard, A. Deuber-Mankowsky (Hg.), J. Degeling,R. Görling (Hg.), L. Handel, F. Raczkowski, K. Rothe, St. Trinkaus, S. Wiemer ist im Verlag Turia+Kant erschienen:
http://www.turia.at/titel/ci_spiel.php

Neuerscheinung: Kippbilder der Familie

Moderne Adoption ist Gegenstand liberaler und ›multikultureller‹, biopolitischer und nationaler Imaginationen und Politiken. Die dabei entstehenden Ambivalenzen manifestieren sich in Spiel- und Dokumentarfilmen in einem sentimentalen Darstellungsmodus. Von »Stella Dallas« (1937) bis »First Person Plural« (2000) erzeugt Adoption affirmative, zugleich in Bezug auf Geschlecht, Klasse und ›Rasse‹ machtkritische Kippbilder.
Ausgehend von diesem ambivalenten kritischen Potenzial des Sentimentalen führt Anja Michaelsen in ihrer Analyse der medialen Gefühlsdisposition gegenwärtiger Familien Kultur- und Filmwissenschaft mit internationaler kritischer Adoptionsforschung zusammen.

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3663-5/kippbilder-der-familie

onlinejournal kultur & geschlecht #17 ist erschienen

Die neue Ausgabe des onlinejournal kultur & geschlecht  #17 2016 ist erschienen https://kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de/
Die aktuelle Ausgabe des onlinejournal kultur & geschlecht hat mit Beiträgen zu Film, YouTube-Videos, Kartographie und Drohnen einen medienwissenschaftlichen Schwerpunkt. Mit wissenschaftlichen Artikeln, einem Feature und einer Rezension bietet die Ausgabe erneut diverse Textformate an. Thematisch nehmen die Autor_innen queere identitätspolitische Darstellungen – vom Verschwinden melancholischer Männlichkeit und des Coming Outs als asexuell – in den Blick. Mediatisierung – in Form von Drohnenpräsenz und digitaler Kartographie – wird als Überwachungstechnologie, aber auch als wesentliches Element politischen Widerstands diskutiert.
Inhalt:
Melancholie und Identität in dem Film I’m Not There von Todd Haynes
Angela Rabing

Vlogging Asexuality. Beobachtungen zum subversiven Potential von medienästhetischen ‚Spielereien’
Nadine Dannenberg

Kollektive Handlungsermächtigung in der postfordistischen Stadt: Wohnungsnot und Aktivismus am Beispiel der spanischen PAH
José Herranz

„Geruchswahrnehmung aus der Luft ist meines Wissens nach gestattet.“ Daten, Drohnen, Drogenfahndung am Beispiel des Cannachoppers
Carolin Rolf, Mary Shnayien

Die eigenen Voraussetzungen befragen. Rezension: Kathrin Peters, Andrea Seier (Hg.): Gender & Medien-Reader
Sarah Horn

Das onlinejournal kultur & geschlecht ist ein transdisziplinäres Forum für Nachwuchswissenschaftler_innen der Ruhr-Universität Bochum, die zu Geschlechterfragen und ihren Kontexten forschen. Es wir am Lehrstuhl für Medienöffentlichkeit und Medienakteure mit besonderer Berücksichtigung von Gender des Instituts für Medienwissenschaft von Astrid Deuber-Mankowsky und Anja Michaelsen herausgegeben, gefördert von der Fakultät für Philologie und dem Rektorat der RUB.

Neuerscheinung 2016: Diversity in Transcultural and International Communication

Carola Richter, Indira Dupuis und Stefanie Averbeck-Lietz (Hrsg.)

Diversity in Transcultural and International Communication

Das Diversity-Konzept ist in der anglo-amerikanischen Debatte um Repräsentationen von Vielfalt in den Medien seit Jahrzehnten fest verankert. So wird es als selbstverständlich betrachtet, Belegschaften in Mediennetworks durch Diversity Management bewußt vielfältig zu gestalten. Dadurch soll Chancengleichheit in der Medienproduktion erreicht und der inhaltliche Medienpluralismus gestärkt werden. Hierzulande läuft die Beschäftigung mit Diversity und Medien erst langsam an. Als heuristisches Modell hat es bislang eher selektiv Eingang in die medien- und kommunikationswissenschaftliche Debatte gefunden. Allerdings ist die deutsche Gesellschaft sehr vielfältig und auch Medien sind gehalten einen Weg zu finden, diese Diversität in Institutionen und Medieninhalten widerzuspiegeln, wenn sie ihren Funktionen gerecht werden wollen.

Der Sammelband Diversity in Transcultural and International Communication greift diese Forschungslücke auf und versammelt eine Reihe theoretisch-normativer, medienpolitischer sowie empirischer Studien zum Thema Diversität vor allem in den Massenmedien. Es geht dabei um Fragen der Implementierung sozialer und kultureller Vielfalt in den Unternehmen, der Medienregulierung sowie in Medieninhalten.

An dem Sammelband haben gleich zwei Mitglieder des IfM mitgewirkt,  Barbara Thomaß sowie Christine Horz. Indira Dupuis, als ehemalige Mitarbeiterin, hat den Band mit herausgegeben.

Neuerscheinung – Ortsbestimmungen

»Ortsbestimmungen. Das Dokumentarische zwischen Kino und Kunst« nimmt die Verkündung eines documentary turn in der Kunst zum Anlass, nach den konkreten Bedingungen und Problemen der Ausstellung von Filmen zu fragen, sowie nach dokumentarischen Verfahren wie dem Reenactment und der Arbeit mit Found Footage, die in der Kunst genutzt werden, ohne dort ausschließlich beheimatet zu sein. Behandelt werden aber auch einzelne Filme, die die Grenzen zwischen Kunst und Kino, der Welt des Films und der der Kunst obsolet erscheinen lassen, weil sie hier wie dort gezeigt, gesehen und kommentiert werden.

Neuerscheinung – Comic – Film – Gender

Véronique Sina – Comic – Film – Gender
Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm

Welche Rolle spielt die Kategorie Gender für die Konstitution von Comic und Film? Véronique Sina geht dieser Frage anhand ausgewählter Comic- und Filmbeispiele wie Frank Millers »Sin City«, Enki Bilals »Immortel (ad vitam)« oder Matthew Vaughns »Kick- Ass« nach. Auf Basis einer detailreichen, vergleichenden Analyse beider Medien entwickelt sie das Konzept des performativen Comicfilms und verdeutlicht dabei gleichzeitig, wie sich Comic, Film und Gender wechselseitig generieren und produktiv aufeinander einwirken. Mit dieser Fokussierung auf die reziproke Beziehung der Performativität von Gender sowie der Medialität des Performativen leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zu den Gender-Media Studies.