Archiv der Kategorie: Tagungen & Vorträge

Ankündigungen, Termine und Programme medienwissenschaftlicher Tagungen und Vorträge.

Vortrag: Dr. Rupert Gaderer „Heinrich von Kleist – Querulanten damals und heute“ (Blue Square, 8. Mai 2017 um 18:00)

Kategorie(n):  Einblicke
Veranstalter: Dezernat Hochschulkommunikation der Ruhr-Universität Bochum
Montag, 08. Mai 2017, 18:00
Etage: 1

Der Rosshändler Michael Kohlhaas aus Heinrich von Kleists gleichnamiger Novelle ist sicherlich der bekannteste Querulant der Medien- und Literaturgeschichte. Aufgrund seines verletzten Rechtsgefühls verwüstet er im Zorn ganze Landschaften mit seinen Handlangern, brennt Städte nieder und ermordet seine Gegner. Er kämpft um sein Recht – ohne Rücksicht auf finanzielle, emotionale oder soziale Verluste. Das war damals.

Querulanten gibt es jedoch auch heute. Typisch ist für sie, dass sie ohne Aussicht auf Erfolg Rechtskämpfe vor Gericht ausfechten. Der Anlass ist dabei meist geringfügig und steht in keinem Verhältnis zu dem rechthaberischen und unbelehrbaren Verhalten der Querulanten. Manche schreiben täglich mehrere Briefe an die Gerichte, womit die Arbeitskapazität der Rechtsprechung massiv eingeschränkt wird. Psychiater diagnostizieren bei ihnen das sogenannte „Michael-Kohlhaas-Syndrom“ und stellen damit den Bezug zu Kleists fiktiver Gestalt her.

Anlässlich des 240. Geburtstags von Heinrich von Kleist befasst sich der Medienwissenschaftler Rupert Gaderer mit der Geschichte des Querulierens, rekonstruiert bekannte Querulanten-Fälle und diskutiert über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtzugangs in Deutschland.

 

Link zur Veranstaltung

 

Vortrag: “Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager” (Blue Square, 13. Juni 2017 um 18h)

Dr. Jörn Wendland (Köln) wird am Dienstag, den 13. Juni 2017 um 18h im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien” einem Vortrag halten zum Thema „Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager”.

ABSTRACT:
“Comics im KZ? Das erscheint kaum vorstellbar. Wer nicht zu den Millionen Ermordeten in den verschiedenen nationalsozialistischen Lagern gehörte, litt unter Hunger, Krankheit, Folter und Zwangsarbeit. Und doch gelang es einigen wenigen Gefangenen sich mit sequentieller Kunst auszudrücken. Auch unmittelbar nach der Befreiung fertigten zahlreiche Überlebende mehrteilige Bildserien über ihre Lagerzeit an.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die sequentiellen Bildwerke von Häftlingen verschiedener NS-Lager. Darin geht es unter anderem um den narrativen Zusammenhang der einzelnen Bilder, die Beziehung zwischen Text und Bild, aber auch um Fragen nach Täter-Opfer-Perspektiven. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten des ungarischen Grafikers István Irsai und des österreichischen Architekten, Publizisten und „Nazijägers“ Simon Wiesenthal.”

Der Vortrag von Jörn Wendland findet in der 2. Etage des Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe sind online einsehbar unter:

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

Vortrag: “Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben” (Blue Square, 09. Mai 2017 um 18h)

Dr. Ilka Wonschik (Köln) wird am Dienstag, den 09. Mai 2017 um 18h die interdisziplinäre Vortragsreihe “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien” mit einem Vortrag zum Thema „Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben“ eröffnen.

ABSTRACT:
“Das Gesamtwerk der Künstlerin Chava Pressburger ist stark mit ihrer von Gewalt und Krieg geprägten Lebensgeschichte verbunden. So verlor sie etwa ihren Bruder Petr Ginz in Auschwitz.
Geboren 1930 in Prag, wuchs sie in einem Elternhaus auf, das von jüdischen wie auch christlichen Traditionen geprägt war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie im Mai 1944 nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1945 die Befreiung erlebte. Im Jahre 1948 – infolge der kommunistischen Machtergreifung in Tschechien – emigrierte Pressburger nach Israel, wo sie sich als anerkannte Künstlerin etablierte.
In ihrem Vortrag zeigt die Referentin, dass sich die Künstlerin zeitlebens mit Hilfe der Kunst mit den Erlebnissen während des Holocausts auseinandersetzte. Chava Pressburger versucht mit ihrer Kunst das Unsagbare auszudrücken. Themen, die sie besonders beschäftigten, sind das menschliche Leid und der Hass, die uns in Zeiten des Terrors auch heute noch beschäftigen.” „Vervielfältigte Schreckensbilder. Zur Bildpolitik der Holocaust-Darstellung im Comic“.

Der Vortrag von Ilka Wonschik findet in der 2. Etage des Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe sind online einsehbar unter:

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

Vortrag »Tasteninstrumente – Musik und das Diskrete bei Friedrich Kittler« – Maren Haffke (Bochum) – Di, 2. Mai

Die Vortragsreihe Medien|Denken wird dieses Semester durch Maren Haffke, derzeit Postdoc am Graduiertenkolleg Das Dokumentarische, eröffnet, die am nächsten Dienstag, den 2. Mai ab 18 Uhr (s.t.) in GABF 04/611 zur Frage nach dem medialen Status diskret-kombinatorischer musikalischer Verfahren und deren medientheoretischen Potentialen bei Friedrich Kittler referieren wird.

Alle Interessierten sind wie immer sehr herzlich eingeladen, an Vortrag und Diskussion teilzunehmen sowie den Abend anschließend gemeinsam im Q-West ausklingen zu lassen.

Vortrag im Bochumer Blue Square: “Die Sprache des Comics – Eine Einführung in die Welt der sequenziellen Kunst”

Der Comic hatte es lange Zeit schwer: Kritiker und Kritikerinnen verurteilten ihn als Schundliteratur und unterstellten ihm, die Jugend zu gefährden. Erst in den 1960er- und 70er-Jahren stieg die Akzeptanz für die Bildergeschichten.

Einer, der den Weg des Comics im deutschsprachigen Raum ebnete, war der 1917 geborene Verleger Rolf Kauka. Er schuf unter anderem Fix und Foxi und wurde als deutscher Walt Disney bezeichnet.

Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die Welt der sequenziellen Kunst und in ihre wissenschaftliche Betrachtung. In einer Mischung aus Vortrag und Workshop werden verschiedene Comicformen wie Manga, Bande Dessinée und Graphic Novel thematisiert und ihre formal-ästhetischen Merkmale exemplarisch analysiert.

Referentin: Dr. Véronique Sina, Institut für Medienwissenschaft

Vortrag/Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe
“Alle Jubeljahre – Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten”

Montag, 03. April 2017, 18:00 Uhr
Blue Square, Kortumstr. 90, 44787 Bochum

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/20170403-die-sprache-des-comics-eine-einfuehrung-die-welt-der

Interdisziplinäre Vortragsreihe: “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien”

Die Verfolgung und systematische Ermordung von Millionen Menschen in der Zeit des Nationasozialismus ist nur schwer in Worte und Bilder zu fassen. Bis heute gibt es in den Medien und Künsten sehr unterschiedliche Formen, wie der Holocaust thematisiert wird.  Alle wollen die Menschen dazu anregen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und sie aufzuarbeiten.

Aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln nehmen die Referent_innen bei dieser Vortragsreihe sowohl historische als auch zeitgenössische Repräsentationen und Berichte des Holocaust in den Blick. Unter anderem stellen sie dar, unter welchen spezifischen Bedingungen sie jeweils entstanden und rezipiert wurden. Die Besucher_innen der Vortragsreihe sollen so angeregt werden, sich selbst eine Meinung über die Darstellungsmöglichkeiten und Grenzen des Holocaust in Kunst, Kultur und Medien zu bilden.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Instituts für Medienwissenschaft (IfM) und des Kunstgeschichtlichen Instituts (KGI) der Ruhr-Universität Bochum.

Organisation: Dr. Véronique Sina (Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum) und Nina Heindl, M.A. (Kunstgeschichtliches Institut, Ruhr-Universität Bochum).

Ort: Blue Square, Kortumstr. 90, 44787 Bochum

Abstracts sowie weitere Informationen unter:
http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien

PROGRAMM:

9. Mai 2017 / 18h
Dr. Ilka Wonschik (Köln):
„Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben“

13. Juni 2017 / 18h
Dr. Jörn Wendland (Köln):
„Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager“

11. Juli 2017 / 18h
Dr. Michaela Haibl (Dortmund):
„London 1938. Franz Baron zeichnet das Konzentrationslager Dachau“

8. August 2017 / 18h
Dr. Véronique Sina (Bochum):
„Dokumente des Unvorstellbaren. Fotografien des Sonderkommandos und ihre Reproduktion in Comic, Film und Fernsehen“

12. September 2017 / 18h
Nina Heindl, M.A. (Bochum/Köln):
„Erinnerungs- und Vergessenszeichen. Sinnzuschreibung in Holocaust-Denkmälern“

Einladung zum Workshop: “Formen der Selbstreflexivität im Medium Comic” (2./3. März 2017, Universität zu Köln)

Dritter Workshop der AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)

Universität zu Köln, 2. und 3. März 2017, Raum: S 78, Philosophikum (Gebäude 103), 
Universitätsstraße 4, 50923 Köln

Auf dem Prinzip der Differenz und Wiederholung, der Redundanz und Variation 
basierend, ist die (serielle) Ästhetik des Comics durch eine grundlegende
performative sowie selbstreflexive Struktur gekennzeichnet. Dieses strukturelle 
Charakteristikum wird bereits beim frühen Zeitungscomic immer wieder für Pointen 
genutzt und findet sich in allen Comicproduktionen – unabhängig von Genre, 
Zielpublikum oder anderweitiger Zuordnungen und Kategorisierungen – wieder. 
Dabei sind verschiedene Modi der Selbstreflexivität in ihrer spezifischen 
Ausprägung auch aus anderen Medien bzw. Künsten bekannt, etwa Malerei, Film, 
Theater und Literatur, deren wissenschaftliche Erschließung Instrumentarien für die
Auseinandersetzung mit Techniken der Selbstthematisierung im Comic liefern können. 
Die gezielte Thematisierung und Wiederholung/Wiederaufführung des Mediums kann 
unterschiedliche Formen annehmen, wie etwa die Reflexion des künstlerischen 
Herstellungsprozesses oder die Selbstdarstellung der Comickünstler/innen im eigenen 
Werk.

Die immanente Selbstbezüglichkeit des Comics zeichnet sich aber ebenso durch ein 
Spiel mit den Möglichkeiten der eigenen Darstellungsmittel aus, welches nicht nur 
das Aufzeigen, sondern auch das Aufbrechen und Erweitern medialer Konventionen mit 
sich bringt. So vielfältig die Erscheinungsweisen der Selbstreflexivität im Comic 
sind, so divers sind auch deren interpretatorische Zusammenhänge. Selbstreflexiven 
Comics wird einerseits in werkinterner Perspektive eine besondere Wert- und 
Kunsthaftigkeit zugeschrieben, weil sie ihre Künstlichkeit ausstellen und den 
Wissenshorizont der Produzent*innen über Geschichte und Gestaltungsbedingungen des 
Mediums ausstellen. Andererseits kommt derartigen Comicproduktionen in 
ideologiekritisch-werkexterner Perspektive Aussagewert über die mediale 
Konstruktion von Wirklichkeit zu. Neben diesen Kontrapunkten sind weitere 
Interpretationsmodelle denkbar und im Rahmen des Workshops zu diskutieren.

Das Programm des Workshops, welches 20 Impulsvorträge und eine rahmende Keynote 
von PD Dr. Ole Frahm (Frankfurt) umfasst, ist online und kann unter 
folgendem Link eingesehen werden: 
https://agcomic.wordpress.com/category/ag-workshop/

ANMELDUNG
Aufgrund begrenzter Raumkapazitäten ist die Teilnahme am Workshop ausschließlich
nach vorheriger Anmeldung möglich. Diese ist bis zum 17. Februar 2017 per
E-Mail an agworkshop2017@gmail.com zu richten.

ORGANISATION
Nina Heindl (Universität zu Köln, Kunsthistorisches Institut)
Véronique Sina (Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medienwissenschaft)

Gastvortrag Wolfgang Georgsdorf (Berlin): Osmodrama via Smeller 2.0

Einladung zum öffentlichem Gastvortrag mit anschließender Diskussion

Osmodrama via Smeller 2.0 – Eine neue Kunstpraxis mit einem neuen Instrument und Medium. Komponieren und Erzählen mit bewegten Geruchssequenzen

Wolfgang Georgsdorf (Künstler/Berlin)
u.a. Erbauer der ersten analogen und digitalen Duftorgeln

Samstag, 28.1.2017, 13:00-16:00 |  GA 1/153

Der Vortrag findet im Rahmen des Seminars »Vom Ododion zum Smeller 2.0 – Literarische und technische Mediationen der ›Duftorgel‹« (Dr. Sergej Rickenbacher / RWTH Aachen) statt.

Vortrag »Mediale Trans* Sichtbarkeit« – Elahe Haschemi Yekani (Flensburg) – Di, 10. Jan

Im ersten Medien|Denken-Vortrag des neuen Jahres wird Elahe Haschemi Yekani von der Europa-Universität Flensburg am Dienstag, den 10. Januar ab 18:00 in GABF 04/611 über aktuelle Formen medialer Sichtbarkeit von Transpersonen sprechen und damit einhergehende (Neu-)Verhandlungen von Geschlecht, Un/Sichtbarkeit und Vorstellungen von Zusammenleben in den Blick nehmen.

Alle Interessierten sind wie immer sehr herzlich eingeladen, an Vortrag und Diskussion teilzunehmen sowie den Abend anschließend gemeinsam im Q-West ausklingen zu lassen.

Vortrag »Archival Traces of Urban Screens« – Angela Piccini (Bristol) – Mi, 7. Dez

In der Reihe Medien|Denken wird Angela Piccini von der University of Bristol am Mittwoch, den 7. Dezember ab 18:00 in GABF 04/611 über Urban Screens und ihre Rolle bei der Übertragung von Megaevents und der Formung von Cityscapes sprechen sowie aktuelle Ansätze diskutieren, die das Phänomen des Urban Screens auf neue Weise medienarchäologisch zu greifen versuchen.

Alle Interessierten sind wie immer sehr herzlich eingeladen, an Vortrag und Diskussion teilzunehmen sowie den Abend anschließend gemeinsam im Q-West ausklingen zu lassen.

Vortrag »Visionen von In-vitro-Fleisch« – Arianna Ferrari (KIT) – Di, 15. Nov

in der Reihe Medien|Denken wird die Technikphilosophin Arianna Ferrari vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Dienstag, den 15. November ab 18 Uhr in GABF 04/611 über die Möglichkeiten der Herstellung und Nutzung von In-vitro-Fleisch und deren Diskursivierung sprechen.

Alle Interessierten sind wie immer sehr herzlich eingeladen, an Vortrag und Diskussion teilzunehmen sowie den Abend anschließend gemeinsam im Q-West ausklingen zu lassen.