Archiv des Autors: Judith Weiß

Das DFG-Graduiertenkolleg “Das Dokumentarische. Exzess und Entzug” lädt Sie herzlich ein zum Workshop mit David Gugerli (Zürich) und Johannes Paßmann (Siegen) “Digitale Interventionen”.

14. Mai 2018, Uhrzeit: 9.30 – 18.30h
Universitätsstr. 105, Raum: EG 014

Organisation: Katja Grashöfer, Robin Schrade

Die digitale Online-Welt bietet mannigfaltige Möglichkeiten zur Intervention. Unterschiedliche Akteurinnen und Akteure greifen in die Wissensgestaltung, die Meinungs- und Identitätsbildung, die sozialen Kooperationsformen, den Warenaustausch ein. Die damit einhergehenden Aushandlungsprozesse sind vielfältig, die gesellschaftlichen Bezugsrahmen komplex. So beteiligen sich Millionen Nutzerinnen und Nutzer an der Genese enzyklopädischer Wissensbestände auf Wikipedia, während Werbetreibende Suchmaschinen optimieren, Unternehmen personenbezogene Daten sammeln oder politische Organisationen um die Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken kämpfen. Obwohl die Gefahr einer externen Manipulation allgegenwärtig ist, eröffnet dieser digitale Interventionsraum auch stets neue Chancen für ein kritisches Gegenverhalten. Den Operationen einer exzessiven Verdatung und Kontrolle stehen strategische Praktiken des individuellen Entzugs gegenüber.

Die Tragweite dieser Entwicklungen zeigt sich an der bis dato beispiellosen Speicher- und Verlinkungskultur der neuen Technologien: Jede einzelne Intervention, d.h. jeder Kommentar, jede Suchanfrage, jeder programmatische Eingriff kann dokumentiert werden. Die Möglichkeiten, Interventionen im digitalen Raum aufzuzeichnen und auszuwerten, prägen dabei auf fundamentale Weise die gegenwärtigen Formen des Dokumentarischen.

Der Workshop Digitale Interventionen will sich diesem Problemfeld annähern und dessen Bedeutung für dokumentarische Praktiken ausloten. Dabei sollen auch verschiedene methodische Ansätze präsentiert und diskutiert werden. Der Workshop verortet sich im Arbeitsbereich 4 des interdisziplinären DFG-Graduiertenkollegs Das Dokumentarische. Exzess und Entzug und versteht sich als ein Auftakt, um über Techno-Politiken der Gegenwart wissenschaftlich ins Gespräch zu kommen.

Um Anmeldung wird gebeten unter: das-dokumentarische@rub.de

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Ringvorlesung “Das Dokumentarische I: Begriffe und Positionen” auch für M.A. Studierende geöffnet

051 764 Ringvorlesung „Das Dokumentarische I: Begriffe und Positionen“
Vertiefungsmodul
Prof. Dr. Friedrich Balke
Donnerstags, 10-12 Uhr, SSC 2/119

Die Ringvorlesung „Das Dokumentarische I: Begriffe und Positionen“ wird von dem interdisziplinären DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ veranstaltet und steht allen Studierenden der im Graduiertenkolleg vertretenen Fächer, d.h. der Medienwissenschaft, Germanistik, Komparatistik und Kunstgeschichte, offen. Aus jeweils fachspezifischer Perspektive führen Lehrende aus den genannten Bereichen in die Theorie und Geschichte dokumentarischer Formen von der Entstehung technischer Analogmedien im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart digitaler Medienpraktiken ein. Im Zentrum steht dabei die Frage nach den Operationen, die im Rahmen unterschiedlicher Institutionen und Praktiken auf je spezifische Weise bild-, text- und tonmediale Elemente arrangieren, um so die Lesbarkeit, den Aussagewert und die Machtwirkungen des Dokumentierten zu steuern. Zwei Konzepte stehen sich dabei gegenüber: Das Dokumentarische 2.0 in den Praktiken der Selbstdokumentation, etwa in den Social Media, und das Dokumentarische zweiter Ordnung, das man auch ein reflexives Dokumentieren nennen könnte.

Das ausführliche Programm finden Sie unter: https://das-dokumentarische.blogs.ruhr-uni-bochum.de/.

Die Ringvorlesung ist hochschulöffentlich. Masterstudierende der Medienwissenschaft können die Veranstaltung als vertiefendes Modul besuchen (unbenotete Teilveranstaltung im Vertiefungsmodul). Die Modalitäten zum Erwerb einer unbenoteten Modulbescheinigung werden in der ersten Vorlesung am 27.04.17 erläutert. Studierende der Fächer Kunstgeschichte, Germanistik und Komparatistik erkundigen sich bei Ihren Fachvertreter/innen nach den Möglichkeiten des Erwerbs eines Leistungsnachweises.

Kontakt: das-dokumentarische@rub.de