Archiv des Autors: Dagny Körber

DFG-Graduiertenkolleg »Das Dokumentarische« bewilligt!

Das von Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Medienwissenschaft, des Germanistischen Instituts, der Komparatistik, der Kunstgeschichte sowie der Mercator Forschergruppe „Räume anthropologischen Wissens“ beantragte Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ wird von der DFG für zunächst viereinhalb Jahre mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert.

Das Graduiertenkolleg ermöglicht exzellenten Promovierenden, sich sowohl in medientheoretischer als auch in mediengeschichtlicher Perspektive mit den Spielarten des Dokumentarischen zu befassen: Erforscht werden soll, wie es Literatur, Fotografie, Film und digitalen Medien jeweils gelingt, zu dokumentarischen Leitmedien aufzusteigen und wie dieser dokumentarische Anspruch auf Wirklichkeitserfassung zugleich auch in Frage gestellt wird. Die spezifische Autorität des Dokumentarischen erschließt sich, so die grundlegende These, indem man die Operationen untersucht, die bild-, text- und tonmediale Elemente arrangieren, um die Lesbarkeit, den Aussagewert und die Machtwirkungen des Dokumentierten zu steuern.

Im Kolleg stehen zwölf internationale Doktorandenstellen sowie eine Postdocstelle zur Verfügung. Weitere zwei Doktoranden, die aus anderen Mitteln finanziert werden, können als Assoziierte aufgenommen werden; integriert werden zudem auch besonders qualifizierte Masterstudierende. Zu den internationalen Kooperationspartnern des Graduiertenkollegs gehören die New York University, die Princeton University sowie die Northwestern University.

Als Antragsteller sind am Graduiertenkolleg beteiligt Friedrich Balke (zugleich Sprecher), Natalie Binczek, Astrid Deuber-Mankowsky, Oliver Fahle, Stefan Rieger, Simon Rothöhler, Monika Schmitz-Emans, Anna Tuschling, Annette Urban und Yvonne Wübben. Assoziiert sind Eva Hohenberger, Nicolas Pethes und Eva Warth.

Kontakt

Prof. Dr. Friedrich Balke
Institut für Medienwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234/32-27414
E-Mail: friedrich.balke@rub.de

Workshop: Berechnete Tiere. Technik und Verdatung in den Human-Animal-Studies am 22. und 23. April 2016

Workshop: Berechnete Tiere. Technik und Verdatung in den Human-Animal-Studies
22. und 23. April 2016 | Blue Square | Tagungsebene 5

Freitag, 22. April 2016
11:00-11:15 | Stefan Rieger (Bochum) Begrüßung und Einführung

Moderation | Sylvia Kokot (Bochum), Cecilia Preiß (Bochum)

11:15-12:15 | Oliver Bendel (Windisch) Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion

Mittagspause
13:00-14:00 | André Krebber (Kassel) Kong vs. Machine: Tierkonzepte zwischen medialer und ästhetischer Vermittlung

14:00-15:00 | Hermann Auernhammer (München)
Precision Farming zwischen Realität und systemtechnischen Möglichkeiten

Kaffeepause

15:30-16:30 | Ina Bolinski (Bochum) Berechnung und Berechenbarkeit: Nutztiere in smarten Umgebungen

16:30-17:30 | Thomas Schmickl (Graz) Biohybrid systems – Tiere, Pflanzen, Roboter, Agenten und Algorithmen
Samstag, 23. April 2016
9:30-10:30 | Sibylle Hahshold (Graz) Von Bienen, Robotern und Algorithmen
10:30-11:30 | Jan Müggenburg (Lüneburg) U-Boot vs. Pinguin. Zum Verhältnis von Tier und Widerstand in der Bionik
Kaffeepause
12:00-13:00 | Abschluss

Der Workshop möchte mit den berechneten Tieren einerseits solchen Wesen nachspüren, die ihre Existenz technischen Verfahren verdanken und ihren Ursprung im Computer haben. Andererseits sollen auch Tiere, die aufgrund von verschiedenen Techniken zu “verdateten Tieren” oder durch technische Apparaturen selbst zum Datengenerator werden im Fokus stehen. Mit der Fügung der berechneten Tiere werden somit zwei aktuell entfernte Topoi bemüht: Das Tier, das als Verkörperung natürlicher Intuition und vom Instinkt geleitet gilt, gerät im Modus des Berechnens an Konzepte von Rationalität und an die Möglichkeit der Verkörperung in und durch technische Prozesse. Zu fragen ist daher, in welchem Verhältnis Tier und Technik zueinander stehen. Und zu fragen ist ferner, wie sie im Zuge der Verdatung einen neuen veränderten Status erlangen, indem die Auflösung der vormals scharfen Grenzen in Bezug auf Natur und Kultur neue Formen des Miteinanders und des Wissens, also von Sozialität und Epistemologie hervorbringen.
Im interdisziplinären Austausch sollen diese Tiere innerhalb unterschiedlicher Projekte in den Blick geraten. Diskutiert werden sie etwa bei ihrer Einbeziehung in Planungsprozesse, innerhalb von veränderten Bedingungen der Tierhaltung und bei der technikgestützten Rückverfolgbarkeit von Tieren in globalen Kontexten. Eine entsprechende fachübergreifende Diskussion findet unter Berücksichtigung aktueller Diskurse innerhalb der Human-Animal-Studies statt.

Der Workshop findet statt im Rahmen des DFG-Projekts: Das verdatete Tier. Zum Animal Turn in der Medienwissenschaft.

Um Anmeldung per E-Mail an ina.bolinski@rub.de wird bis zum 15. April 2016 gebeten.

Plakat_Workshop

Workshop: Unterwachen und Schlafen 2. Anthropophile Medien nach dem Interface

Heute findet der Workshop “Unterwachen und Schlafen 2. Anthropophile Medien nach dem Interface” statt. Gäste sind herzlich willkommen!

Datum: 3.7.15 || Veranstaltungsort: Ruhr-Universität-Bochum, Gebäude FNO, Raum 02/11

Programm
09.00
Begrüßung
Stefan Rieger (Institut für Medienwissenschaft, Bochum)
Unmerklichkeit, Ebenmerklichkeit, Latenz: Schauplätze des Unheimlichen
Kevin Liggieri (MRG2, Bochum)
[Schnitt]-Stelle „Mensch“ – Zum Forschungsinstitut für Anthropotechnik
11.15
Kaffeepause
11.30
Michael Andreas (MRG2, Bochum)
Roboethik und „Autonomous Lethality“
12.30
Mittagspause
13.30
Dawid Kasprowicz (MECS, Lüneburg)
Personhood-Agenthood-Livelihood: Parameter des Kollaborierens
Anna Tuschling (MRG2/Institut für Medienwissenschaft, Bochum)
Emotionale Verhandlungen zwischen Mensch und Maschine
Schlussdiskussion
16.00
Ende der Veranstaltung

Weitere Informationen: Worskshop_Interface_MRG

Tagung »Moby Dick« – 26.-27.06.2015

MOBY DICK – 9. FAHRT

Eine Gruppe von Kulturwissenschaftlern trifft sich seit einigen Jahren, um jedes der 135 Kapitel von Herman Melvilles Moby Dick zu kommentieren. Diese Kommentare erscheinen fortlaufend in der »Neuen Rundschau« des S. Fischer Verlages und erschließen den gewaltigen Kosmos des Jahrhundertromans.
Die 9. Fahrt wird folgende Fragen beantworten:
Wie teilt man mit einem Kannibalen das Bett? | Was haben die Straßen von New Bedford zu bieten? | Was weiß Elias? | Worüber sinniert Starbuck in der Dämmerung? | Warum werden Harpuniere gelegentlich zum Teufel gewünscht? | Wieso ist das zweite Eisen besonders heiß? | Warum haben sich Haie zum Fressen gern? | Wieso hat die Schale des Zorns in einer Westentasche Platz? | Wie rettet man das Kind, wenn es in den Brunnen gefallen ist? | Warum muss ein kleines Hirn kein Nachteil sein? | Woraus besteht die wahre Milch der Menschenliebe? | Wie löst Ishmael die Strumpfbänder des Pottwals? | Wie verwandelt Queequeg seinen Sarg in eine Seekiste? | Warum will Ahab sich nicht mehr rasieren? | Warum werden auf der Bachelor die ausgelassensten Partys gefeiert?

Für weitere Informationen siehe: Flyer – Moby Dick

Eine Anmeldung per Mail an dagny.koerber@rub.de ist erforderlich!

Vortrag – Prof. Dr. Friedrich Balke – Das Wirklichkeitsversprechen der Medien

Das Wirklichkeitsversprechen der Medien
Veranstaltungsreihe: 50 Jahre – 50 Vorträge

Montag, 22. Juni 2015, 18:00
Blue Square, Etage 1

Seit der Erfindung der technischen Analogmedien (Fotografie, Phonografie, Kinematographie) hat die Einsicht in die technische Komplexität medialer Apparate Theoretiker eben so wenig wie die User dieser Medien davon abgehalten, ihnen die Fähigkeit zuzuschreiben, die Wirklichkeit über alles hinaus, was Sprache und Schrift an Realitätseffekten zuließen, zugänglich zu machen. Ausgehend von den neueren Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Objektivität soll im Vortrag gezeigt werden, wie dieses Wirklichkeitsversprechen bzw. das dokumentarische Potential dieser Medien nicht nur von künstlerischen Verwendungsweisen technischer Analogmedien genutzt wird, sondern wie es gerade auch in den hard sciences zu einer Reformulierung der Standards wissenschaftlicher Genauigkeit, Referenzhaltigkeit und Objektivität führt. Damit versteht sich der Vortrag zugleich als ein Angebot zum erneuten Überdenken der nach wie vor wirkungsmächtigen These von den two cultures: Medientechniken und Medienapparate zirkulieren zwischen wissenschaftlichen und ästhetischen Praktiken und beziehen ihr Faszinationspotential aus ihrer Fähigkeit, die ‚natürlichen Wahrnehmung‘ zu erschüttern, denn diese Medien befassen sich besonders mit dem, was unaufdringlich und normalerweise vernachlässigt wird, also mit dem vermeintlichen ‚Abhub der Erscheinungen‘ oder mit ansonsten kaum wahrnehmbaren und vernachlässigten Oberflächentexturen. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf den ‚Hyperrealismus‘ der zeitgenössischen Sozialen Medien, die es aufgrund ihrer Portabilität und ihres Vernetzungsgrades tendenziell jedem ermöglichen, sich das dokumentarische Prestige der ‚Wirklichkeitsmedien‘ anzueignen. Er führt damit zugleich in die Fragestellungen einer interdisziplinären Forschergruppe an der RUB ein, die die entscheidenden Etappen und Wendepunkte des Dokumentarischen seit der Entstehung technischer Analogmedien untersucht.

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/20150622-das-wirklichkeitsversprechen-der-medien

Ersatzseminar “Latour nach der ANT: Existenzweisen, Gaia, Anthropozän” von Herrn Cuntz!

Das Seminar 051 774 “Immutable mobiles und Epistemenverschiebungen” von Herrn Michael Cuntz wird ersetzt durch folgendes Master-Seminar:

Latour nach der ANT: Existenzweisen, Gaia, Anthropozän
Bruno Latours jüngste Arbeiten lassen sich einerseits als Fortsetzung dessen begreifen, was mit Wir sind nie modern gewesen und Das Parlament der Dinge begonnen wurde. Andererseits hat Latour gerade mit dem Vorschlag der Unterscheidung der Existenzweisen eine massive Akzentverschiebung und Erweiterung gegenüber dem Programm der ANT vorgenommen, einen qualitativen Turn, der sich auch durch ein komplexes Set neuer theoretischer Referenzen (etwa Souriau und Whitehead) erklärt. Daneben hat sich Latour in seiner aktuellen Textproduktion auf die Auseinandersetzung mit dem Anthropozän und dem Konzept Gaia (Lovelock) konzentriert. Hierfür hat er sogar die Domäne des wissenschaftlich-argumentativen Schreibens zugunsten eines Experiments mit der dramatischen Form, dem Stück Cosmocolosse verlassen.
Im Seminar soll eine intensive Lektüre seines aktuellen Buchs An Inquiry into Modes of Existence, aber auch von Latours jüngsten Texten zu Gaia und dem Anthropozän, inklusive des Cosmocolosse unternommen werden.
An Inquiry into Modes of Existence sollte angeschafft werden, die weiteren Texte sind online zugänglich oder werden zur Verfügung gestellt.

Das Master-Seminar wird Freitags von 12-14 Uhr im Raum GABF 05/604 stattfinden. Erster Termin: 25.04.2014!

Anmeldungen bitte per Mail (mit Angabe der Matrikel-Nummer) direkt an dagny.koerber@rub.de und ab 09.04. über VSPL.