Archiv für den Monat: Mai 2017

NEUERSCHEINUNG – Astrid Deuber-Mankowsky – Queeres Post-Cinema

Astrid Deuber-Mankowsky: Queeres Post-Cinema. Yael Bartana, Su Friedrich, Todd Hanes, Sharon Hayes. August Verlag, Berlin 2017
 
In den besten Momenten gelang dem New Queer Cinema, was Deleuze Ende der 1980er Jahre vom Film im Zeitalter der digitalen Bilder verlangte: einen neuen Widerstand zu erfinden. Es konstituierte sich dabei von Anfang an post-kinematographisch: jenseits des klassischen Kino-Dispositivs, neue Aufnahmetechniken benutzend und mit Ästhetiken und Formen queerer Subjektivierung experimentierend. Entlang der frühen Filme von Todd Haynes, ausgewählter Videoarbeiten von Yael Bartana und Sharon Hayes und dem Video Seeing Red von Su Friedrich wird untersucht wie in einem so verstandenen queeren Post-Cinema Ästhetik, Politik und Technik zusammenspielen. 

Vortrag: »Marvel Superhero Movies, Audience Engagement, and the Politics of 21st-Century Blockbuster Seriality« | Di. 23. Mai, 18 Uhr, GABF 04/611

In unserer Vortragsreihe MEDIEN|DENKEN begrüßen wir am Dienstag, 23.05.2017 um 18 Uhr Felix Brinker, derzeit Doktorand an der Graduiertenschule fur Nordamerikastudien am John F. Kennedy Institut der Freien Universitat Berlin, mit einem Vortrag zu den Politiken zeitgenössischer, populärer Blockbuster-Filmserien am Beispiel des Marvel Cinematic Universe.

Spatestens seit dem Jahr 2000 hat sich der Superhelden-Blockbusterfilm zu einem der dominierenden Genres des amerikanischen Blockbusterkinos entwickelt. Dabei brechen Filmserien über die Abenteuer von Comic-Helden wie Iron Man, Spider-Man, oder Captain America nicht nicht nur wiederholt Rekorde an den Kinokassen, sondern stehen zudem im Zentrum eines breitgefacherten globalen Popkulturphanomens mit massenmedialer Omniprasenz, welches die Aneignungspraktiken engagierter Fankulturen ebenso umfasst wie die (nicht nur wohlgesonnenen) Expertenmeinungen von Filmkritikern und die scheinbar endlose Proliferation von mehr oder weniger eng verwandten Superheldenerzahlungen in einer ganzen Reihe von anderen Medien. Der Vortrag betrachtet verschiedene Dimensionen der asthetischen Praxis gegenwartiger Superheldenfilme um zu zeigen, dass die zeitgenössische Popularitat des Genres letztlich auch einer ganzen Reihe von narrativen, film-asthetischen, und thematischen Elemente und Verfahren fußt, die gleichermaßen einer Politik der Zuschauermobilisierung verpflichtet sind. Superhelden-Blockbusterfilme, so die These, erscheinen damit als exemplarisch fur die Verfahren einer digitalen Popularkultur, die erhohte Anspruche an den Medienkonsum ihrer Rezipienten macht und versucht, deren kulturelle Produktivitat und Teilnahme in sozialen Onlinemedien für die Zwecke der eigenen Sichtbarkeit und Profitabilitat einzuspannen. Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.

Felix Brinker schloss 2012 sein Studium der Amerikanistik an der Leibniz Universität Hannover ab und ist seit 2013 Doktorand an der Graduiertenschule fur Nordamerikastudien am John F. Kennedy Institut der Freien Universität Berlin. Von 2013-2016 war er ein assoziiertes Mitglied der DFG-Forschergruppe zum Thema „Populare Serialitat – Ästhetik und Praxis.“ Seit 2012 hat er mehrere Artikel zur Politik und Logik serieller Formate in amerikanischen Kino und Fernsehen veroffentlicht, zuletzt den Beitrag “Transmedia Storytelling in the ‘Marvel Cinematic Universe’ and the Logics of Convergence-Era Popular Seriality” zur Aufsatzsammlung Make Ours Marvel: Media Convergence and a Comics Universe (Hrsg. Matt Yockey, University of Texas Press, 2017).

Alle Interessierten sind wie immer sehr herzlich eingeladen, an Vortrag und Diskussion teilzunehmen sowie den Abend anschließend gemeinsam im Q-West ausklingen zu lassen.

 

NEUERSCHEINUNG – »Medienphilologie. Konturen eines Paradigmas«

 

Seit der Institutionalisierung der Philologie im 19. Jahrhundert sind philologische Operationen in zeitgenössische Mediensysteme verankert: Forschungs- und Bildungsanstalten wie Universitäten, Bibliotheken, Archive, Museen oder Schulen produzieren das Erkenntnisinteresse der Philologie: Texte.

Die Philologie im klassischen Sinn ist Sammlung, Editierung, Kommentierung und Archivierung textueller Artefakte, um sie für potenzielle Leserinnen und Leser verfügbar zu machen. Die Beiträge setzen sich zum Ziel, diesen Kompetenzbereich der Philologie kritisch zu hinterfragen. Sie machen nicht lediglich Texte, sondern auch Medien und Akteure einer vergangenen und gegenwärtigen Kultur zu Gegenständen des Erkenntnisinteresses, wie z. B. Manuskripte, Bild- und Tonträger sowie digitale Datensätze.

Mit Beiträgen von Friedrich Balke, Natalie Binczek, Michael Cuntz, Rupert Gaderer, Lisa Gotto, Rembert Hüser, Julia Kursell, Christina Lechtermann, Harun Maye, Nicolas Pethes, Claus Pias, Simon Rothöhler, Dietmar Schmidt, Hania Siebenpfeiffer und Anna Tuschling.

 

Friedrich Balke und Rupert Gaderer (Hg.)

Medienphilologie. Konturen eines Paradigmas

Wallstein Verlag 2017

Link zum Verlag

 

HAVARIE | Screening und Workshop mit Philip Scheffner | 11. und 12. Mai 2017


Das DFG-Graduiertenkolleg “Das Dokumentarische. Exzess und Entzug” lädt herzlich ein:

HAVARIE | Screening und Workshop mit Philip Scheffner
Am 11. und 12. Mai 2017 freuen wir uns den Dokumentarfilmemacher Philip Scheffner in Bochum begrüßen zu dürfen, der für ein gemeinsames Screening und anschließendes Filmgespräch sowie einen Workshop zu Gast sein wird.

  • SCREENING
    mit anschließendem Filmgespräch
    Datum: Donnerstag, 11. Mai 2017
    Zeit: 19.00-ca. 21.00 Uhr
    Ort: Endstation Kino, Bahnhof Langendreer
    Moderation: Dr. Hilde Hoffmann (Institut für Medienwissenschaft)
    [öffentliche Veranstaltung im regulären Kinoprogramm]
  • WORKSHOP
    Datum: Freitag, 12. Mai 2017
    Zeit: 9.30-13.00 Uhr
    Ort: Unistr. 105, EG 015
    [Teilnahme nach Anmeldung per eMail an das-dokumentarische@rub.de]

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität statt. Das Screening ist öffentlich; eine Teilnahme am Workshop ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Weitere Informationen auch unter: https://das-dokumentarische.blogs.ruhr-uni-bochum.de/

Vortrag: Dr. Rupert Gaderer „Heinrich von Kleist – Querulanten damals und heute“ (Blue Square, 8. Mai 2017 um 18:00)

Kategorie(n):  Einblicke
Veranstalter: Dezernat Hochschulkommunikation der Ruhr-Universität Bochum
Montag, 08. Mai 2017, 18:00
Etage: 1

Der Rosshändler Michael Kohlhaas aus Heinrich von Kleists gleichnamiger Novelle ist sicherlich der bekannteste Querulant der Medien- und Literaturgeschichte. Aufgrund seines verletzten Rechtsgefühls verwüstet er im Zorn ganze Landschaften mit seinen Handlangern, brennt Städte nieder und ermordet seine Gegner. Er kämpft um sein Recht – ohne Rücksicht auf finanzielle, emotionale oder soziale Verluste. Das war damals.

Querulanten gibt es jedoch auch heute. Typisch ist für sie, dass sie ohne Aussicht auf Erfolg Rechtskämpfe vor Gericht ausfechten. Der Anlass ist dabei meist geringfügig und steht in keinem Verhältnis zu dem rechthaberischen und unbelehrbaren Verhalten der Querulanten. Manche schreiben täglich mehrere Briefe an die Gerichte, womit die Arbeitskapazität der Rechtsprechung massiv eingeschränkt wird. Psychiater diagnostizieren bei ihnen das sogenannte „Michael-Kohlhaas-Syndrom“ und stellen damit den Bezug zu Kleists fiktiver Gestalt her.

Anlässlich des 240. Geburtstags von Heinrich von Kleist befasst sich der Medienwissenschaftler Rupert Gaderer mit der Geschichte des Querulierens, rekonstruiert bekannte Querulanten-Fälle und diskutiert über Möglichkeiten und Grenzen des Rechtzugangs in Deutschland.

 

Link zur Veranstaltung

 

NEUERSCHEINUNG – »Das Marvel Cinematic Universe – Anatomie einer Hyperserie«

Das seit 2008 kontinuierlich expandierende Marvel Cinematic Universe gilt als das kommerziell erfolgreichste Filmfranchise der Gegenwart. Die hohe Erfolgsquote des mittlerweile zur Walt Disney Corporation gehörenden Marvel Studios hat eine Reihe von unterschiedlich weit fortgeschrittenen Nachahmungsbemühungen seitens Hollywood in Gang gesetzt, die Formel des Cinematic Universe auf ihre eigenen Filmfranchises zu übertragen. Was aber ist ein Cinematic Universes und wie unterscheidet es sich von einer herkömmlichen Fortsetzungsserie im Kino? Dieser Frage wird anhand einer Untersuchung des Marvel Cinematic Universe am Ende seiner zweiten „Phase“ nachgegangen.

Das Marvel Cinematic Universe, das über Kinofilme hinaus auch TV- und Webserien hervorgebracht hat, führt den Begriff der linear organisierten Serie an die Grenzen seiner Beschreibungsfähigkeit. Der Autor stellt diesem das Konzept der multilinearen Hyperserie entgegen, mit dessen Hilfe sich die serialisierten Narrationen des MCU hierarchisch strukturieren und ihre Relationen zueinander bestimmen lassen. Auf der Grundlage von theoretischen Überlegungen zu Ästhetik und Ökonomie der Serie im Kino und der Betrachtung einiger Fallbeispiele aus Film und Fernsehen zeichnet der Autor anhand des X-Men-Filmfranchises den Übergang von einer linearen Serie zu einer multilinearen Hyperserie nach, und wendet das hier entstehende Modell in einer anschließenden Analyse auf das Marvel Cinematic Universe an, in dem unterschiedliche, interseriell kohärente Binnenserien an einer den einzelnen Film übersteigenden Narration mitschrieben. In einer ausführlichen Auseinandersetzung mit den im MCU zur Anwendung kommenden Serialitätsstrukturen, aber auch unter ständiger Berücksichtigung der die Filme und Serien begleitenden Produktionsdiskurse, verdeutlicht der Autor Zusammenhänge zwischen Ästhetik und Ökonomie eines visuell neu formatierten, seriellen Blockbusterkinos vor dem Hintergrund einer Kultur der Medienkonvergenz.

Peter Vignold
DAS MARVEL CINEMATIC UNIVERSE – ANATOMIE EINER HYPERSERIE
Schüren Verlag
Marburger Schriften zur Medienforschung [69] | 176 Seiten, zahlr. Abb.
19,90 € | ISBN 978-3-89472-970-7

Link zum Verlag

Vortrag: “Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben” (Blue Square, 09. Mai 2017 um 18h)

Dr. Ilka Wonschik (Köln) wird am Dienstag, den 09. Mai 2017 um 18h die interdisziplinäre Vortragsreihe “Holocaust in Kunst, Kultur und Medien” mit einem Vortrag zum Thema „Chava Pressburger – Ein von Krieg und Gewalt geprägtes Künstlerinnenleben“ eröffnen.

ABSTRACT:
“Das Gesamtwerk der Künstlerin Chava Pressburger ist stark mit ihrer von Gewalt und Krieg geprägten Lebensgeschichte verbunden. So verlor sie etwa ihren Bruder Petr Ginz in Auschwitz.
Geboren 1930 in Prag, wuchs sie in einem Elternhaus auf, das von jüdischen wie auch christlichen Traditionen geprägt war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie im Mai 1944 nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1945 die Befreiung erlebte. Im Jahre 1948 – infolge der kommunistischen Machtergreifung in Tschechien – emigrierte Pressburger nach Israel, wo sie sich als anerkannte Künstlerin etablierte.
In ihrem Vortrag zeigt die Referentin, dass sich die Künstlerin zeitlebens mit Hilfe der Kunst mit den Erlebnissen während des Holocausts auseinandersetzte. Chava Pressburger versucht mit ihrer Kunst das Unsagbare auszudrücken. Themen, die sie besonders beschäftigten, sind das menschliche Leid und der Hass, die uns in Zeiten des Terrors auch heute noch beschäftigen.” „Vervielfältigte Schreckensbilder. Zur Bildpolitik der Holocaust-Darstellung im Comic“.

Der Vortrag von Ilka Wonschik findet in der 2. Etage des Bochumer Blue Square (Kortumstr. 90) statt.

Alle Interessierten sind sehr herzlich eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen!

Weitere Informationen rund um die Vortragsreihe sind online einsehbar unter:

http://blue-square.rub.de/veranstaltungen/reihen/holocaust-kunst-kultur-und-medien