Archiv für den Monat: Juni 2016

Lesung & Filmvorführung – Studienprojekt – Šehid – Gegen das Vergessen

Judith Paland, Masterstudentin am Institut für Medienwissenschaften an der Ruhr-Universität, begleitete im Rahmen des Projektmoduls »Selbstdokumentation und Queer Archive als gegendokumentarische Form« von Prof. Astrid Deuber-Mankowsky, eine beeindruckende Frau, die 1992 vor ethnischen Säuberungen aus Bosnien und Herzegowina floh. In diesem Zusammenhang entstand der Film Šehid – Gegen das Vergessen, der zeigt, was Erinnern eigentlich bedeutet und inwieweit das Schreiben dabei helfen kann.

Der Film wird bei einer Lesung am 20. Juli 2016 um 19 Uhr im Wehrer Pfarrgarten gezeigt,

 

Mirveta Mrkalj-Durben aus Wehr liest anlässlich des 24. Jahrestages des Massakers von Biscani aus ihrem Buch »Mama, hier gibt es Licht«: Mirveta floh 1992 mit ihren beiden kleinen Kindern vor ethnischen Säuberungen aus dem damaligen Bosnien-Herzegozvina, nachdem ihr Mann, Vater, Großvater und viele weitere ihrer Angehörigen brutal ermordet wurden. Im Anschluss an die Lesung wird der Film Šehid – Gegen das Vergessen von Judith Paland präsentiert, der die Protagonistin an den Schauplätzen aus dem Buch in Welir und Bosnien und Herzegoivina zeigt.

Die kleine Gemeinde Bišćani liegt im Norden des Landes und gehört zur Stadt Prijedor. Im Frühjahr 1992 beginnen serbische Soldaten und Polizisten das Gebiet ethnisch zu »säubern«. Vor allem männliche muslimische Bosniaken wurden sofort getötet oder in Konzentrationslager gebracht. In Bišćani und Prijedor verloren im Sommer 1992 aber auch insgesamt 256 Frauen und 102 Kinder bei „Ethnischen Säuberungen“ ihr Leben. Das jüngste Opfer war erst drei Monate alt. Doch die Internationale Gemeinschaft erkennt das brutale Morden 1992 in Prijedor bis heute nicht als Völkermord an.

 

 

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ACHTUNG Raumänderung! Vortrag Medien/Denken: Dorothea von Mücke in HGB 40 !

Der Medien|Denken-Vortrag »Letters from your Life: Old and New Media in Spike Jonze’s Her« von Dorothea von Mücke am 5. Juli um 18:00 wird aufgrund der erwartet hohen Teilnehmerzahl nicht wie angekündigt in GABF 04/611 stattfinden, sondern in HGB 40.

Danach besteht wie immer die Möglichkeit, den Abend gemeinsam im Q-West ausklingen zu lassen.

UPDATE: Der Vortrag lieg nun als Audio-Podcast vor.

Vortrag »Körper, Material, Ding, Text oder Reliquien als Medien« – Mario Grizelj (München) – Di, 14. Juni

Im Rahmen des IfM-Kolloquiums Medien|Denken wird Mario Grizelj von der LMU München am Di, den 14. Juni ab 18:00 in GABF 04/611 zum Status des material turn in der aktuellen Medientheorie sprechen und die Medialität von Dingen, Objekten und Materialitäten anhand ausgewählter Schriften Clemens Brentanos und Friedrich Gottlieb Klopstocks in den Blick nehmen.

Alle Interessierten sind wie immer sehr herzlich eingeladen, an Vortrag und Diskussion teilzunehmen. Im Anschluss ist wieder ein gemütliches Beisammensein im Q-West geplant.

Studentische Hilfskraft gesucht am Institut für Medienwissenschaft bei Dr. Eva Hohenberger. Stundenumfang: 7 Std pro Woche (ca 400.-) ab 15.10.2016

 

Aufgaben

Organisatorische Hilfe bei der Seminarvorbereitung und -durchführung

(kopieren, scannen, moodle-Kurse anlegen und bestücken, bibliografieren, Filmausschnitte vorbereiten, usw).

Kenntnisse und Voraussetzungen

Studium der Medienwissenschaft; höchstens BA-Abschluss (kein MA). Interesse an Fragen des Dokumentarischen.

Fit im wissenschaftlichen Arbeiten; Kenntnis der Bibliotheken; falls keine Kenntnisse vorhanden, Wille zur Einarbeitung auf Mac (Word, Power Point);

Geboten wird ein eigener Arbeitsplatz mit Imac, Drucker, Scanner

Knappe Bewerbung per email erbeten bis 8. Juli 2016 an

eva.hohenberger@rub.de

 

 

DFG-Graduiertenkolleg »Das Dokumentarische« bewilligt!

Das von Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Medienwissenschaft, des Germanistischen Instituts, der Komparatistik, der Kunstgeschichte sowie der Mercator Forschergruppe „Räume anthropologischen Wissens“ beantragte Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ wird von der DFG für zunächst viereinhalb Jahre mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert.

Das Graduiertenkolleg ermöglicht exzellenten Promovierenden, sich sowohl in medientheoretischer als auch in mediengeschichtlicher Perspektive mit den Spielarten des Dokumentarischen zu befassen: Erforscht werden soll, wie es Literatur, Fotografie, Film und digitalen Medien jeweils gelingt, zu dokumentarischen Leitmedien aufzusteigen und wie dieser dokumentarische Anspruch auf Wirklichkeitserfassung zugleich auch in Frage gestellt wird. Die spezifische Autorität des Dokumentarischen erschließt sich, so die grundlegende These, indem man die Operationen untersucht, die bild-, text- und tonmediale Elemente arrangieren, um die Lesbarkeit, den Aussagewert und die Machtwirkungen des Dokumentierten zu steuern.

Im Kolleg stehen zwölf internationale Doktorandenstellen sowie eine Postdocstelle zur Verfügung. Weitere zwei Doktoranden, die aus anderen Mitteln finanziert werden, können als Assoziierte aufgenommen werden; integriert werden zudem auch besonders qualifizierte Masterstudierende. Zu den internationalen Kooperationspartnern des Graduiertenkollegs gehören die New York University, die Princeton University sowie die Northwestern University.

Als Antragsteller sind am Graduiertenkolleg beteiligt Friedrich Balke (zugleich Sprecher), Natalie Binczek, Astrid Deuber-Mankowsky, Oliver Fahle, Stefan Rieger, Simon Rothöhler, Monika Schmitz-Emans, Anna Tuschling, Annette Urban und Yvonne Wübben. Assoziiert sind Eva Hohenberger, Nicolas Pethes und Eva Warth.

Kontakt

Prof. Dr. Friedrich Balke
Institut für Medienwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234/32-27414
E-Mail: friedrich.balke@rub.de