Archiv für den Monat: Februar 2016

Folgendes Seminar von Frau Haffke wird zusätzlich angeboten

051 723        Kittlersound: Medienarchäologie und Musik, 2st., Mi 14-16, GBCF 04/514,                  Gegenstandsmodul: Rundfunk, Systematisches Modul: Ästhetik & Technik

Kommentar

Die Medienarchäologie erfindet sich in den 1980er Jahren als fröhliche Wissenschaft und bekennt sich damit zu einer emphatischen Diesseitigkeit, für die unter anderem diverse Bezüge auf musikalische Hörerlebnisse zu bürgen scheinen. Autoren wie Friedrich Kittler, Norbert Bolz und Wolfgang Scherer attackieren die aus ihrer Sicht transzendenzverliebten Geisteswissenschaften und die asketische Frankfurter Schule, indem sie ihnen ein Denken der Ekstase entgegensetzen: Rausch statt Sinn, LSD statt kritisches Bewusstsein, Verstärkersound statt Lektüre. Wie selbstverständlich zitieren ihre Texte dafür seit den späten 1970er Jahren neben Goethe und Schiller auch Heldinnen und Helden der Popmusik: Jim Morrison und Kate Bush, King Crimson und die Talking Heads. Der Soundtrack der Medienarchäologie hat heute internationalen Wiedererkennungswert: kein Buch über Kittler ohne Hinweis auf Pink Floyd.

Kittlers Liebe zur Musik beschäftigt ihn sein Leben lang und informiert viele Schlüsselstellen seiner Arbeit. Er widmet ihr schließlich sein unvollendetes Spätwerk, eine musikalisch-mathematische Seinsgeschichte von Homer bis Jimi Hendrix. Dieser Entwurf eines psychedelisch-erotischen Neuanfangs des Abendlandes knüpft direkt an die Trips aus seiner Jugend an: aus Kopfhörern und Lautsprechern klingt Mathematik, in Electric Ladyland kehrt über den Umweg Richard Wagner schließlich Pythagoras auf Acid wieder.

Wenngleich Kittlers Zugang zu Musik in vieler Hinsicht als idiosynchratisch zu bezeichnen ist, sind seine Konzepte akustischer Medien für den deutschsprachigen Diskurs der Sound Studies bis heute einflussreich und wichtig. Die Lehrveranstaltung stellt zentrale Texte vor und diskutiert Entwürfe musikalischer Medialität zwischen Technik, Physiologie und Hermeneutik

Neuerscheinung – Comic – Film – Gender

Véronique Sina – Comic – Film – Gender
Zur (Re-)Medialisierung von Geschlecht im Comicfilm

Welche Rolle spielt die Kategorie Gender für die Konstitution von Comic und Film? Véronique Sina geht dieser Frage anhand ausgewählter Comic- und Filmbeispiele wie Frank Millers »Sin City«, Enki Bilals »Immortel (ad vitam)« oder Matthew Vaughns »Kick- Ass« nach. Auf Basis einer detailreichen, vergleichenden Analyse beider Medien entwickelt sie das Konzept des performativen Comicfilms und verdeutlicht dabei gleichzeitig, wie sich Comic, Film und Gender wechselseitig generieren und produktiv aufeinander einwirken. Mit dieser Fokussierung auf die reziproke Beziehung der Performativität von Gender sowie der Medialität des Performativen leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zu den Gender-Media Studies.

Stellenausschreibung – DFG Projekt – Streaming History

Im Rahmen des DFG-geförderten Forschungsprojekts
»Streaming History. Verteiltes Gedächtnis, vernetzte Bildordnung: Filmische Dokumente der Shoah im Web 2.0« ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (65% der regelmäßigen Arbeitszeit, Entgeltgruppe 13 TV-L) befristet für 27 Monate zu besetzen.
Das Forschungsprojekt ist am Lehrstuhl für Medientechnik und Medienphilosophie des Instituts für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum angesiedelt und befasst sich grundlegend mit digitalen Archiven und «networked documents».

 

Gesucht wird nach einer Mitarbeiterin / einem Mitarbeiter mit einem eigenständigen Projektvorhaben in thematisch nahen bzw. anschlussfähigen Forschungsteilgebieten digitaler Medienkulturen (insbesondere im Feld der Software- und Netzwerkprotokollforschung und/oder mit bildtheoretischem Schwerpunkt).
Erfolgt die Finanzierung bei der Einstellung ausschließlich von externen Drittmittelgebern, besteht für die Beschäftigten keine Verpflichtung zur Übernahme von Lehrverpflichtung.
Wir wollen an der Ruhr-Universität Bochum besonders die Karrieren von Frauen in den Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, fördern und freuen uns daher sehr über Bewerberinnen. Auch die Bewerbungen geeigneter schwerbehinderter und gleichgestellter Bewerber und Bewerberinnen sind herzlich willkommen.

 

Anforderungsprofil:
Voraussetzung der Bewerbung ist ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft oder in einem verwandten Gebiet (MA).
Zu den Bewerbungsunterlagen zählt eine entsprechende Projektskizze (3-5 Seiten).
Zur Projektarbeit wird die Planung und Durchführung einer internationalen Tagung sowie die Konzeption einer Buchpublikation gehören. Eine Lehrverpflichtung besteht nicht. Es handelt sich um eine Stelle zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation. Hierzu wird im Rahmen der Dienstaufgaben Gelegenheit gegeben.
Bewerbungsunterlagen (Zeugnisse, Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Projektskizze von 3-5 Seiten) bitte bis zum 15.03.2016 an den Projektleiter, Jun.-Prof. Dr. Simon Rothöhler – ausschließlich per Email: simon.rothoehler@rub.de

Weitere Informationen: Stellenwerk Bochum

“Abschlussprüfungen erfolgreich meistern” – Informationsveranstaltung im Rahmen des Mentoringprogramms

Am kommenden Mittwoch, 10.02.2016, findet in der Zeit von 12 – 14 Uhr in GABF 04/257 die nächste Informationsveranstaltung im Rahmen des Mentoringprogramms statt. Sie steht unter dem Titel „Abschlussprüfungen erfolgreich meistern“.

Nach einem einführenden Vortrag zu den grundsätzlichen Anforderungen an schriftliche Abschlussarbeiten und mündliche Abschlussprüfungen wird es Raum für Ihre Fragen geben. Hier kann es u.a. um die Prüfungsanmeldung, die Themen- und Prüfer_innenwahl oder weiterführende Fragen zu formalen und inhaltlichen Anforderungen der einzelnen Prüfungsteile gehen. Sie sind herzlich willkommen – unabhängig davon, ob Sie kurz vor einer Abschlussprüfung stehen oder bereits jetzt vorbereitend einen Blick in die Zukunft werfen möchten.