Archiv für den Monat: Februar 2014

Folgende Seminare von Herrn Hörl entfallen:

051 766   Ökologie der Medien – Medien der Ökologie: Über die Neubestimmung von
                 Umweltlichkeit seit 1950

051 767    Derridas Prothesen: Dekonstruktion, Medien, Technologie                 

051 768    Ubiquitious Surveillance: Über zeitgenössische Kontrollgesellschaften, ihre
Medien und ihre Geschichte

051 780    Forschungskolloquium    

 

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Die beiden folgenden Seminare der Theaterwissenschaft sind offen für Studierende der Medienwissenschaft

051 600            Theater, Mythen, Medien – das Resümee                                           Hiß
                                   2st.,  Do 16-18, GABF 04/411
Systematisches Modul: Mediengeschichte / Theorien & Methoden

Kommentar

Diese Vorlesung resümiert einen langjährigen Forschungsschwerpunkt, der inzwischen auch monografisch vorgetragen wurde. Im Kern geht es darum, die Beziehung von Theater und Religion zu thematisieren, und zwar auf der Grundlage eines medienwissenschaftlich überdachten Mythos-Begriffs. Dieses Interesse wird einerseits mit Blick auf die Gegenwart des Theaters zum Thema, andererseits im Feld seiner griechischen Entstehungs­geschichte. Denn mythische Dimensionen sind  für das moderne Theater ebenso relevant wie mediengeschichtliche für das antike. Erläutert wird ein breiteres Spektrum von Mythen- und Ritualtheorien (etwa von Eliade, Freud, Blumenberg, Barthes, McLuhan, Assmann, Burkert, Girard und Kott), die das Mythische gerade nicht als historisch lange überwundenen, auf Narration bauenden Modus der allegorischen Welterklärung begreifen. Im Anschluss an die genannten Autoren lässt sich der Mythos verstehen als Medium von Weltkonstruktion und Komplexitätsreduktion, in der Lage, kollektive Identitäten auszubilden und zu formatieren. Diese Forschungsperspektive interessiert sich nicht für den platten Regress ins Vorsubjektive und Ozeanische, sondern für die subtile szenische Kohabitation von Mythos und Aufklärung. Es geht um die szenische Präsenz von Phänomenen, die Adorno und Horkheimer im Sinne einer „Dialektik der Aufklärung“ zivilisationsgeschichtlich gefasst haben, thematisierend die „Verstrickung“, ja den Umschlag von Aufklärung in Mythologie. Vielleicht ist – gerade mit Blick auf die Bühne – Entzauberung ohne eine geheime Verzauberung nicht zu haben. Vielleicht korrespondiert der ästhetischen Öffnung immer auch eine untergründige mythische Schließung, dem „subjektiven Raum“ (Helga Finter) ein gemeinschaftsbildender Rahmen. Vielleicht markiert auch das Theater der Gegenwart (wie schon das der Antike) ein Spannungsfeld widerstreitender Kräfte, eine mediale Melange von ästhetischen, politischen, aber eben auch mythischen Dimensionen. Punkte, die in der Vorlesung aufgegriffen werden:

  • Die Medialität des Mythischen
  • Tragödie und Opfer
  • Medientheorie der Anfänge
  • Techniken des modernen (szenischen) Mythendesigns
  • Dramaturgie der Ursprünge
  • Rituale des Stadttheaters
  • Postdramatik als Aufklärung
  • Rituale der Form im 19. und 20. Jahrhundert

 

Anforderungen für:

-TN: Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe

-LN: Referat + Hausarbeit / Hausarbeit

 

Beginn: 17.04.2014

 

 

061 624            Körper.Wissen                                                                                    Imbrasaite
                                   2st., Do 10-12, GABF 05/608
Systematisches Modul: Mediengeschichte / Gender

Kommentar

Was passiert mit einem Körper beim Geschlechtsverkehr? Kehrt er zu dem Platon’schen Idealzustand eines Kugelwesens zurück oder liefert er sich eher einer doppelten Schizophrenie aus, da wir laut Jacques Lacan immer schon zu viert sind, wenn wir zu zweit miteinander schlafen!? Ist der Körper somit immer schon zu wenig, nur ein Teil einer größeren Körperschaft, oder immer schon zu viel, überschrieben und ohne klaren Grenzen? Wo fängt der Körper überhaupt an? Ist es die Geburt? Oder ist es erst später die Haut, welche durch ständige Berührung des Anderen (z.B. Mutter) den Körper für das Subjekt von der Außenwelt abgrenzt? Oder tritt der Körper als Einheit erst mit dem Spiegelstadium ein, bei dem das kleine Kind sich zum ersten Mal im Spiegel erkennt und als ganzheitliches Bild hinnimmt? Ist der Körper somit nur ein Bild oder gibt es etwas jenseits seiner Vor- und Darstellung?Die Moderne hat sehr viel Aufmerksamkeit dem Körper gewidmet. Er rückte an die Position des Adressaten und wird bis heute wiederholten Prozessen der Befragung, Analyse, Durchdringung und Optimierung ausgesetzt. Es ist bekanntlich Michel Foucault, der darauf verwiesen hat, dass der Körperüberhaupt eine junge Erfindung der modernen Wissenschaften und Disziplinen darstellt. Somit nicht nur als Objekt der Untersuchung, sondern auch als ein diskursives Produkt der Technologien des Überwachens, Ausbildens, Strafens, Krankenpflege sowie ihrer räumlichen Bedingungen betritt der Körperunsere Geschichte. In der westlichen Wissenschaft wird fast einstimmig René Descartes als Stifter dieses Körperdiskurses erklärt. Das sogenannte kartesische Cogito wird der Auffassung des Körpers als räumlich ausgedehnte, geometrische und in etwa mechanisch bestimmte Substanz ohne innere Qualitäten beschuldigt. Trotz des großen Unbehagens mit dem kartesischen Erbe – nicht zuletzt im Theater- und Tanzdiskurs –  sind wir heute nicht weniger im Körper-Geist-Dualismus gefangen. Vielmehr noch führt die Suche nach einer anderen, vielleicht nicht dualistischen Auffassung, Erfahrung, Ausdehnung des Körpers in vielen gegenwärtigen Theater, Tanz und Performance Arbeiten häufig dazu, dass der Körper nicht mehr von äußeren Mächten, sondern von den Künstlern selbst unter die Lupe genommen und mit Fragen überschüttet wird.

Das wollen wir auch tun – diese Fragen stellen, wiederholen und erweitern, doch immer mit der Gewissheit, dass sie nicht unbedingt auf Wahrheit sondern verstärkt auf Konstruktion hinauslaufen. In diesem Seminar steht der Körper als Spielfeld von Diskursen, Mächten und Signifikanten in Verhandlung. Wir werden uns hin zu seiner Diskursgeschichte begeben, seine gegenwärtige Stellung diskutieren und immer wieder der Frage nachgehen, ob ein anderes nicht-dualistisches Denken des Körpers möglich ist. Mit dieser Frage werden wir uns am Ende des Semesters auch praktisch in einem Tanzworkshop auseinandersetzen.

Seminarliteratur:

Jean-Luc Nancy „Ausdehnung der Seele“; „Corpus“; „Es gibt- Geschlechtsverkehr“/ Alain Badiou „Es gibt keinen Geschlechtsverkehr“/Michel Foucault „Sexualität und Wahrheit I“; „Überwachen und Strafen“/Platon „Symposion“/ Jaques Lacan „Seminar XVII: Die Kehrseite der Psychoanalyse“; „Seminar XX: Encore“/ René Descartes „Abhandlung über den Menschen“; „Meditation der Ersten Philosophie“/Kantorowicz „Zwei Körper des Königs“/ Einar Schleef „Droge Faust Parsifal“ und weitere.

Anforderungen für:

– TN: Mini-Vortrag und Diskussion

– LN: Schriftliche Hausarbeit oder mündliche Prüfung

Beginn: 17.04.2014

 

Folgendes Seminar von Herrn Stewen wird zusätzlich angeboten

051 731            „Das ist ein Hut“ Performative Text-/Sprache-/Bildbeziehungen in Kindermedien

2st., Mi 16-18, GABF 04/611
Gegenstandsmodul: Print
Systematisches Modul: Theorien & Methoden

Kommentar

Kopplungen und Dopplungen von Text, Sprache und Bild, die insbesondere in Kinderliteratur (Bilderbüchern, Märchen, Comics etc.) sowie in Kinderfilmen vermehrt zu finden sind, erklären sich pädagogisch durch den Anspruch, kindlichen LeserInnen die Beziehung zwischen dem Wort und dem bezeichneten Objekt „beizubringen“. Es bedarf jedoch einer genaueren sprach- und letztlich medienwissenschaftlichen Analyse, um die komplexen Bezeichnungssysteme und die mit ihnen gekoppelten Prozesse der Bedeutungsproduktion umfassender zu durchleuchten. Mit diesem Anspruch stellen sich etwa Fragen nach den unterschiedlichen Formen und Motiven dieser Kopplungen (z.B. Sprachbilder, Wortspiele, Reime, Verwandlungen aufgrund von Zaubersprüchen), nach den Kausalitäten innerhalb der Wort-/Sprache-/Bild-Beziehungen (handelt es sich um Illustrationen von Begriffen oder um das Benennen von bildlich dargestellten Objekten), nach den Kennzeichnungen von sichtbar werdenden Erzählinstanzen und dem damit gekoppelten Modus des Vorlesens sowie nach weiteren(sprach-)philosophischen Implikationen. So werden in wiederkehrenden Fragen wie „Wer bist Du?“ und (Selbst-)Bezeichnungen wie „Ich bin Alice“ letztlich Identitäten und die medialen Bedingungen ihrer Entstehung verhandelt. Zudem kommen Gedanken, Worten und Sprechakten wirklichkeitsstiftende Funktionen zu, die es wiederum im Hinblick auf die medialen Verfasstheiten zu thematisieren gilt (hierzu zählt z.B. das filmische „Zum-Leben-Erwecken“ im Prozess einer Kinderbuchverfilmung). Ausgehend von diesen Überlegungen möchte das Seminar Kindermedien nicht als simpel strukturierte und leicht verständliche Texte lesen, sondern ihren komplexen medialen Strukturierungen nachspüren, die nicht nur eine Sichtbar-Werdung von kulturellen Bezeichnungs- und Sinnstiftungsprozessen ermöglichen, sondern – so die zu diskutierende These des Seminars – die sprachlichen und medialen Grenzen dieser Prozesse zu einer produktiven Neu-Verhandlung offen legen.

Das Seminar gliedert sich in einen vorbereitenden theoretischen Teil, in dem Texte unterschiedlicher Disziplinen wie Linguistik, Sprachphilosophie, Semiotik, Erzähltheorie, Filmtheorie und Childhood Studies behandelt werden, und einen praktischen Teil, der sich detaillierten Analysen von literarischen und filmischen Werken (u.a. The Wizard of Oz, Le Petit Prince, Winnie the Pooh, The Cat in the Hat, Alice in Wonderland sowie den Comicreihen Little Nemo, Calvin & Hobbes und Peanuts) widmet.

 

Feriensprechstunden Mentorenprogramm

In der vorlesungsfreien Zeit des WS 2013/2014 findet die Sprechstunde des Mentorenprogramms wie folgt statt:

 

  • Mittwoch, 19.Februar / 15-17h
  • Mittwoch, 05. März / 10-12h
  • Mittwoch, 19. März / 15-17h
  • Mittwoch, 02. April / 10-12h

 

Bei der Sprechstunde des Mentorenprogramms handelt es sich um eine offene Sprechstunde, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Folgendes Seminar der Komparatistik ist offen für Studierende der Medienwissenschaft: 050 336 Schauplätze von Prostitution in Literatur und Medien Kretschmer / Hemgsberg

050 336   Schauplätze von Prostitution in Literatur und Medien                    Kretschmer  /
                                                                                                                                                                                    Hemgsberg

Blockseminar

Vorbesprechung:       Freitag, 21.03.2014, 10-12, GBCF 04/511

Workshop:                   Freitag, 04.04.2014, 10-18, GABF 04/413

Seminarblock:            Freitag, 11.04.2014, 14-18, und Samstag, 12.04.2014, 10-16,

GBCF 04/511

Gegenstandsmodul: Film/Kino
Systematisches Modul: Mediengeschichte

Kommentar
Prostitution hat Hochkonjunktur: Ob in TV-Reportagen, Diskussionsrunden, dem Feuilleton oder in Internetmedien, überall wird die Frage aufgegriffen, ob es einer Reform der deutschen Gesetzgebung zur Prostitution bedarf, und, darüber hinausgehend, ob Prostitution nicht eigentlich generell verboten werden sollte. Dabei ist die Frage nach der Regulierung und Kontrolle im Bereich der Sexarbeit wahrlich kein Novum, was die Historie der Prostitution auch länderübergreifend zeigt: Immer wieder befinden sich Frauen und Männer, die ihre Körper verkaufen (wollen) ‚unter Kontrolle’ (Dietmar Schmidt), so dass uns nicht nur die gegenwärtige Debatte, sondern auch die Kulturgeschichte der Prostitution interessieren wird. Anschließend wird sich das Seminar mit dem unscharfen Bereich aus Fakten, Fiktionen und hybridem Halbwissen beschäftigen, der die Texte und Bilder generiert, die die mediale Präsentation des ‚Sexmarktes’ dominieren. Davon abstrahierend erscheinen literarische Texte und Spielfilme als unabhängige Kunstwerke, die Orte und Räume der Prostitution erschaffen, um deren Geschichten zu erzählen, wobei uns das Spektrum von maisons closes vergangener Epochen bis hin zum All-Inclusive-Bordell und ‚wackelnden Wohnwagen’ nebst ‚Verrichtungsboxen’ führen wird.

Das Blockseminar setzt sich aus drei Teilen zusammen, wobei die Teilnahme an allen Terminen unabdingbar ist, um die Lehrveranstaltung erfolgreich abzuschließen:

Vorbesprechung: Einführung ins Thema und Besprechung der theoretischen Grundlagentexte zur Vorbereitung für Teil 2 und 3.

Workshop: Für “Körper kaufen? Prostitution in Literatur und Medien” konnten versierte Experten und Gastredner verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen gewonnen werden, die gemeinsam mit uns aktuelle wie historische Fragen der gegenwärtigen Mediendiskussion erörtern werden, aber auch spezifische Teilbereiche medialer Darstellungsformen von Prostitution vorstellen werden.

Seminarblock: Nachbereitung des Workshops und weitere Besprechung von Romanen und Filmbeispielen. Die für den Seminarteil zu erarbeitende Lektüre (bitte planen Sie rechtzeitig in Bezug auf den Umfang der Romane) und die Filme, die wir besprechen werden, sind sorgfältig vorzubereiten. Auch die Filme sollten, wenn irgend möglich, schon vor Seminarbeginn gesichtet werden, da wir während der Veranstaltung nur Auszüge zeigen können.

Das Seminar steht Studierenden der Medienwissenschaft offen. (Teilnehmerbeschränkung 40)

Seminarlektüre:

Michel Houellebecq: Plattform. Köln, 2002.

Clemens Meyer: Im Stein. Frankfurt/M. 2013.

Film:

Lilja 4-Ever. Regie: Lukas Moodysson, Schweden/Estland, 2002.

Princesas. Regie: Fernando León de Aranoa, Spanien, 2005.

Paradies: Liebe. Regie: Ulrich Seidl, Österreich/Deutschland/Frankreich, 2012.